Ökumenische Aktion "Steuern zu Pflugscharen"
Regionalgruppe Ost
Neuer Anlauf im Bundestag
Nach drei erfolglosen Versuchen im Bundestag, die Militärsteuerverweigerung aus
Gewissensgründen durch eine gesetzliche Regelung zu ermöglichen, unternimmt die
Initiative jetzt einen neuen Anlauf. Auf der bundesweites Tagung zum
Militärsteuer-Verweigerungsrecht im März in Frohnhausen bei Marburg wurde
beschlossen , für die Eingabe eines neuen Gesetzesentwurfes die Unterstützung
vieler Gleichgesinnter zu suchen, um so den Druck auf den Gesetzgeber zu
erhöhen. Weltweite Initiativen zur Militärsteuerverweigerung werden im kommenden
Jahr in Berlin zur Internationalen Konferenz der Militärsteuer-Initiativen
erwartet. Die Steuerverweigerer Deutschlands erwarten von der Berliner
Konferenz, dass sie zu einem Meilenstein innerhalb der "Dekade zur Überwindung
von Gewalt" wird.
Die Ökumenische Aktion "Steuern zu Pflugscharen" im "Netzwerk Friedenssteuer"
tritt dafür ein, das Recht zur Verweigerung von Steuern für Militär und Rüstung
im Grundgesetz zu verankern. Derzeit werden in der BRD ca. 10% aller
Steuereinnahmen des Bundeshaushaltes für militärische Zwecke ausgegeben.
Menschen, die dagegen Gewissensbedenken haben, sollen künftig wie im Falle der
Wehrpflicht eine zivile Ersatzleistung mit ihrem Steuergeld erbringen können.
Die bereits im letzten Jahr in Erfurt verabschiedete Erklärung richtet sich an
Einzelpersonen, Organisationen, und an Prominente, vor allem aber an die Kirchen
des Landes.
"Ich trete / Wir treten für eine gesetzliche Regelung ein, nach der niemand
gegen sein Gewissen gezwungen werden darf, durch Steuern und Abgaben zur
Finanzierung von Militär und Rüstung beizutragen. Statt dessen ist die
Verwendung dieser Zahlungen für zivile Aufgaben sicherzustellen."
Große Hoffnung setzt "Steuern zu Pflugscharen" auf einzelne Landeskirchen sowie
auf die EKD-Synode. Ein Offener Brief an alle Mitglieder der EKD-Synode im
letzten Herbst hat aber bisher kein positives Echo gefunden. Der Rat der EKD
lehnt z.Z. eine Unterstützung des Gedankens einer Militärsteuerverweigerung aus
"einer ganzen Reihe von Gründen, u.a. rechtlicher Aspekte" ab. Inzwischen sind
jedoch viele eindeutige Worte zur Eröffnung der "Dekade zur Überwindung von
Gewalt" gefallen, wie das Synodenmitglied Oberkirchenrat i.R. Ludwig Große in
seinem Referat mit dem Thema: "Kein Geld für Rüstung, Militär und Krieg -
Visionen und Realitäten heute" verdeutlichte. Als Nichtregierungsorganisation
ist die Internationale Friedenssteuerkampagne mit Beobachterstatus bei den
Vereinten Nationen akkreditiert.
Ökumenische Aktion "Steuern zu Pflugscharen", Regionalgruppe Ost, c/o G.. und M.
Rambow, Puschkinstr. 11A, 99084 Erfurt, Tel./Fax: 0361-345 62 64, rambowerfurt@freenet.de

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