Versöhnungsbund
Kommunales Anti-Gewalt-Training
"Gewalt überwinden" ist eine Aufgabe, die nur in Kooperation verschiedener Gruppen und Einrichtungen an einem Ort funktionieren kann. Ein solches kommunales Engagement anzuregen, ist Ziel des Konzeptes des Bundes für Soziale Verteidigung" und des "ORCA- Instituts für Konfliktmanagement und Training" mit dem Titel: "Konzepte zur Überwindung von Gewalt und zur Stärkung demokratischer Strukturen. Eine Antwort auf rechtsradikale Tendenzen in unserer Gesellschaft."Das Konzept ist bereits mehrfach mit gutem Erfolg umgesetzt worden.
Zwei Ziele werden verfolgt: Kinder und Jugendliche sollen praktische Alternativen für das eigenen Verhalten in Auseinandersetzungen lernen. Sie entwickeln Interesse an Lösungen, die für alle befriedigend sind. Langfristig erweitern sie ihre Handlungskompetenzen, in Konflikten konstruktiv zu agieren und zu kommunizieren oder in bedrohlichen oder gewalttätigen Situationen deeskalierend intervenieren zu können. Die zu erwerbenden, zu entwickelnden oder zu stärkenden Kompetenzen schließen interkulturelle und geschlechtsspezifische Aspekte mit ein.
Zum anderen werden MultiplikatorInnen mit "Handwerkszeug" ausgestattet, das es ihnen ermöglicht, Fragen der Konfliktbearbeitung und Gewaltprävention in der Bildungsarbeit, in Schulen, in der Jugendarbeit und anderen sozialen Arbeitsfeldern aufzunehmen und bearbeiten zu können. Da die Arbeit im Bereich jedweder Konfliktbearbeitung eine gute Kenntnis persönlicher Verhaltens- und Reaktionsweisen in konfliktträchtigen Situationen voraussetzt, ist darüber hinaus die Stärkung persönlicher Konfliktkompetenzen Basisbaustein in den entsprechenden Fortbildungseinheiten. Wenn es zu einer Entscheidung für das Projekt "Kreative Konfliktbearbeitung im kommunalen Zusammenhang" kommt, sollten die Entscheidungsträger sich auf eine Laufzeit von mindestens fünf Jahren einstellen.
Folgende Elemente sollten nacheinander in das Projekt integriert werden: Informationsveranstaltung für potenzielle Projektbeteiligte: Hierzu sollte vom Projektträger (Stadt oder Kreis) breit zu einer halbtägigen Veranstaltung eingeladen werden.
Zehntägiges Training zur Ausbildung von Multiplikatorinnen: Die am Projekt beteiligten Institutionen und Organisationen (z.B. Jugendamt, Jugendhäuser, Kirchengemeinden, Polizei, Schulen, Jugendgerichtshilfe, Jugendheime, Sportvereine etc.) entsenden TeilnehmerInnen in eine zehntägige Fortbildung. Dieser Kreis ist ein wichtiger Nukleus des gesamten Konzeptes.
Schulinterne LehrerInnenfortbildung (SCHILF): zweitägige Fortbildung an interessierten Schulen, in der Elemente von Gewaltprävention an der Schule vorgestellt werden.
Trainings in Schulklassen: Wenn eine Schule nach der schulinternen Fortbildungsveranstaltung die Entscheidung trifft, sich langfristig im Bereich Gewaltprävention zu engagieren, werden LehrerInnen ausgewählt, die an der zehntägigen Fortbildung teilnehmen und im Anschluss in ihren Klassen ein Gewaltpräventionsprojekt durchführen. Die Klassenprojekte können durch externe Fachleute unterstützt werden.
Ausbildung von Konfliktlotsen: An verschiedenen Schulen, an denen schon die Gewaltpräventionsprogramme laufen, werden Streitschlichter ausgesucht und ausgebildet.
Fortbildung von ehrenamtlich Tätigen in der Jugendarbeit: Ein gesondertes Programm zur Fortbildung in Gewaltprävention wird den ehrenamtlich tätigen Jugendlichen und Erwachsenen angeboten. Hierbei wird die Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden und Sportvereinen angestrebt.
Berufsbegleitende Fortbildung in Mediation: Die Fortbildung richtet sich an Menschen, die in sozialen, pädagogischen, beratenden, juristischen Berufsfeldern arbeiten als Multiplikatoren in der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenarbeit tätig sind in Institutionen, Organisationen und Firmen mit Konflikten zu tun haben sich in der Teamleitung u. Personalführung oder in der Betriebsratsarbeit engagieren im Bereich "Mediation" arbeiten wollen.
Seminare zur konstruktiven Konfliktaustragung für Eltern: Die Wirksamkeit gewaltpräventiver Programme im Kinder-, Schul- und Jugendbereich können durch elterliche Unterstützung wesentlich erhöht werden. Dies geschieht gegenwärtig vor allem über Elternabende.
Das gesamte Projekt kann in der Geschäftsstelle des Versöhnungsbund gegen einen Unkostenbeitrag von 8,-DM inkl. Porto bezogen werden oder von untenstehender Homepage runtergeladen werden.

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