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ECLOF in Deutschland (Ecumenical Loan Fund)

Faire Kleinkredite für die Ärmsten

Ein Projekt der Stiftung Oekumene

Faire Kleinkredite für die Ärmsten

Im Jahre 1946 wurde der Ecumenical Church Loan Fund – ECLOF – von weitsichtigen Kirchen- und Bankenvertretern der Schweiz gegründet. ECLOF International ist eine gemeinnützige Stiftung nach Schweizer Recht und wird von einem Verwaltungsrat überwacht, der sich aus freiwillig tätigen Experten in den Bereichen Banking, Entwicklung und Mikrofinanzierung zusammensetzt.

Die Arbeit von ECLOF wird von den Wertmaßstäben Gerechtigkeit, Solidarität, Menschenwürde und Miteinanderteilen geleitet. Ziel ist es, mit dem verfügbaren Kapital  armen und an den Rand der Gesellschaft gedrängten Bevölkerungsgruppen „faire“ Mikrokredite anzubieten, zu denen sie ansonsten keinen Zugang hätten.

Aus langjähriger Erfahrung weiß ECLOF, dass benachteiligte Menschen genug Motivation besitzen, sich aktiv für die Verbesserung ihres Lebens einzusetzen. Was ihnen oft fehlt, ist das Geld. Darlehen können verwendet werden, um Einnahmen zu erzielen und um die Lebensbedingungen zu verbessern. Die Kreditnehmer und Kreditnehmerinnen sind hoch motiviert, das Darlehenskapital samt Zinsen innerhalb der vereinbarten Zeit zurückzuzahlen. Durch die Tilgung werden die Kreditnehmer selbst zu Gebern, denn sie zahlen in einen Fonds ein, aus dem neue Darlehen vergeben werden. So beginnt ein Kreislauf von Geben und Nehmen, der die Eigenständigkeit – das wichtigste Ziel von ECLOF – fördert und entwickelt.

Das ECLOF-Netzwerk umfasst Mikrofinanzinstitutionen in 13 Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas, die Zentrale (ECLOF International) befindet sich im Ökumenischen Zentrum in Genf/Schweiz. Das Sekretariat hat die Aufgabe, Aufsicht auszuüben, beratende und finanzielle Unterstützung zu leisten, für die Einhaltung von Standards und Qualitätskriterien zu sorgen und Süd-Süd-Erfahrungsaustausch zu organisieren. Mitgliedsinstitutionen mit solider Finanzbasis unterstützen indirekt und direkt solche, die sich im Entwicklungsstadium befinden. Die ECLOF Zentrale vermittelt Know-how und Ressourcen.

ECLOF International stellt seinen Mitgliedsinstitutionen Kapital in Form von zinsgünstigen Darlehen in deren Landeswährung zur Verfügung. Auch die von den Mitgliedsinstitutionen vor Ort vergebenen Kleinkredite werden in Landeswährung vergeben, dadurch sind Kreditnehmer vor Devisenkursfluktuationen geschützt. Die Kreditprogramme der Mitgliedsinstitutionen sehen die Zahlung angemessener Zinssätze vor, die sich am jeweiligen finanziellen Umfeld orientieren. Viel wichtiger sind jedoch die Rückzahlungsfristen, die relativ flexiblen Maßstäbe, die an Kreditsicherheiten gestellt werden und die intensive Beratung sowie enge Begleitung der Kleinkreditnehmer durch Experten und Vorstandsmitglieder der Mitgliedsinstitutionen. 

ECLOF ist in Ländern tätig, die von wirtschaftlichen Schwierigkeiten, hoher Inflation und politischen Unruhen gekennzeichnet sind. ECLOF entzieht sich nicht der Verantwortung, armen Menschen in Notsituationen zu helfen und ihnen den Weg der Hilfe durch Selbsthilfe zu zeigen. Trotz der schwierigen Bedingungen hat sich das gesamte ECLOF Programm in den vergangenen Jahren positiv entwickelt und expandiert weiter. Im Jahre 2017 vergab ECLOF insgesamt 110.000 Darlehen im Werte von fast 50 Millionen Euro. Das durchschnittliche Kleinkreditvolumen belief sich dabei auf 450 Euro. Bei den Empfängern dieser Kleinkredite handelt es sich zumeist um Solidargemeinschaften. Mehr als 60% der Darlehen gehen an ländliche Betriebe, wobei 70% an Frauen vergeben werden und 32% an junge Menschen.

ECLOF sieht die Mikrofinanzierung als Mittel zur selbständigen Beschäftigung und zur Erlangung von Eigenständigkeit, Unabhängigkeit und Menschenwürde. ECLOF wählt dafür einen ganzheitlichen Entwicklungsansatz, der über die bloße Kreditvergabe hinausgeht. ECLOF bietet seinen Kreditnehmern, entweder mit eigenem Personal oder in Partnerschaft mit lokalen Entwicklungsorganisationen, Ausbildungsmaßnahmen in diversen Themenbereichen an: Betriebsführung und finanzielle Kenntnisse, (organische) Landwirtschaft, Wasser & Hygiene oder inkrementelle Hauserweiterung.

Mit einem Beitrag können Sie die Ausbildungsmaßnahmen fördern, die ECLOF seinen Kunden unentgeltlich anbietet.

ECLOF Konto in Deutschland (Spendenquittungen werden ausgestellt):

Kontoinhaber: Stiftung Oekumene

Konto: 100 008
BLZ: 500 502 01
bei der Frankfurter Sparkasse
IBAN: DE94 5005 0201 0000 1000 08
BIC: HELADEF1822

Falls abzugsfähige Spendenquittung erwünscht, bitte Adressangabe.

Stichwort "ECLOF"

 

Verantwortlich:

Stiftung Oekumene

Büro Pfr. Schmitthenner - Projekt "ECLOF "

Lindenspürstr. 30, 70176 Stuttgart

 

Weiterführende Informationen auf Englisch: www.eclof.org

Regelmäßige Nachrichten aus dem ECLOF Netzwerk: http://www.eclof.org/news-events/news

 

Weitere Informationen:

 Die oekumenische Kleinkredit-Organisation ECLOF ist der Überzeugung, dass Armut, Ungleichheit und Ungerechtigkeit die Hauptfeinde von gesellschaftlicher Stabilität und Frieden sind.

Deshalb verfolgt ECLOF die Vision, den Aufbau bestandfähiger Gemeinschaften zu unterstützen, die
* die Rechte und die Würde jedes Menschen, ungeachtet von Geschlecht, Rasse, Glauben, politischer Überzeugung oder sozioökonomischem Status, achten;
* der Stimme der Armen und Ausgeschlossenen Gehör schenken und breite Mitwirkung in Entscheidungsprozessen fördern;
* die Ganzheit von Gottes Schöpfung schützen und bewahren;
* die Grundbedürfnisse der Menschen befriedigen und sich für die nachhaltige Entwicklung aller einsetzen.

ECLOFs oekumenischer Auftrag besteht darin, als christliche Organisation faire Kredite für menschliche Entwicklung und bestandfähige Gemeinschaften bereitzustellen.

Zur Erfüllung seines Auftrags mobilisiert ECLOF Mittel, um:

* armen und ausgegrenzten Gruppen, die sich für die Entwicklung bestandfähiger Gemeinschaften und nachhaltiger Überlebensprojekte einsetzen, ungeachtet ihrer Religions- oder Rassenzugehörigkeit, auf breiter Ebene faire Kredite zur Verfügung zu stellen;
* das Miteinanderteilen von Ressourcen zu fördern, die Verständnis, Solidarität und Eigenständigkeit stärken und nicht zu weiterer Außenverschuldung beitragen.

ECLOFs vorrangige Zielgruppe sind arme und ausgegrenzte Gruppen, die keinen fairen Zugang zu Finanzquellen haben und die:
* sich motiviert für eine Veränderung und Verbesserung ihrer Lage einsetzen;
* in der Lage sind, die Darlehen für einkommenschaffende Projekte oder für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Gruppe und/oder Gemeinschaft zu verwenden.

ECLOF-Verwaltungsräte auf globaler und nationaler Ebene

Die internationale Arbeit von ECLOF wird von einem 9-köpfigen Verwaltungsrat koordiniert. (URL: (http://www.eclof.org/about-us/governance/board)

Es gibt ECLOF-Mikrofinanzinstitutionen in 13 Ländern und sie verfügen in ihrer Arbeit über ein großes Maß an Eigenständigkeit. Ihnen kommt die Aufgabe zu, im Rahmen des globalen ECLOF-Mandats eigene Prioritäten zu setzen. Sie entwickeln Finanzprodukte und zugehörige Ausbildungsmaßnahmen, und sie suchen geeignete Gruppen aus, die sie unterstützen. Sie genehmigen auch die Darlehen und bauen Beziehungen zu Basisorganisationen auf, die mit den Armen arbeiten.

Die Statuten von ECLOF sehen vor, dass jede ECLOF-Mikrofinanzinstitution in ihrem Verwaltungsrat Vertretern/innen aus einem breiten Spektrum beteiligter Gruppen und Einrichtungen hat. Dabei handelt es sich um Vertreter/innen von Kirchen, Nichtregierungsorganisationen (NROs) und der Armen selbst. Sie bilden den nationalen Verwaltungsrat, dem die Mikrofinanzinstitution rechenschaftspflichtig ist.

ECLOF verfügt über drei Instrumente zur Entwicklungsfinanzierung

Kleinkredite an Gruppen

Hierbei werden Kredite an Solidargemeinschaften (solidarity groups bzw. self-help groups) vergeben, die sich aus Kleinunternehmern bzw. Kleinbauern zusammensetzen, die füreinander Gewähr leisten.

Kleinkredite an Einzelpersonen

Kreditnehmer/-innen, deren Geschäftsumfang es erlaubt und die dies bevorzugen, können individuelle Kredite erhalten.

Kredite an Kirchen

Einen kleinen Teil von ECLOFs Aktivitäten stellt die Vergabe von Darlehen an örtliche Kirchen dar, die damit Infrastruktur für ihre soziale Arbeit finanzieren, zum Beispiel Schulen, Kindergärten, Krankenstationen usw.

Die durchschnittliche Darlehensrückzahlung 2017 betrug 92%, wobei einige ECLOF Mikrofinanzinstitutionen nahe 100% verzeichnen konnten. Zurückgezahlte Darlehen werden immer wieder neu vergeben, um weitere Gruppen und Gemeinschaften zu fördern. Die Kreditnehmer haben die befriedigende Gewissheit, dass sie durch die Rückzahlung anderen helfen und Teil eines Prozesses sind, in dem der Süden den Süden unterstützt.

Darlehen sind besser als Zuwendungen

Eine Zuwendung kann nur einmal helfen. Darlehen aus Umlauffonds wie ECLOF unterstützen im Laufe der Jahre einen stetig wachsenden Personenkreis. Der Geldwert wird vervielfacht.
Auch für die Schaffung eines persönlichen Einkommens sind Darlehen besser geeignet. Unternehmer sind mehr auf Kapitalquellen als auf Wohltätigkeit angewiesen.
Beim Aufbau von Infrastruktur müssen die Gelder von Anfang an in vollem Umfang verfügbar sein. In vielen Fällen stellt die Finanzierung langfristig kein Problem dar, kann aber nur nach und nach aufgebracht werden. Oft wird lediglich ein faires Darlehen und keine Zuwendung erforderlich sein. Die über einen längeren Zeitraum eingehenden Rückzahlungsraten werden wieder in Umlauf gebracht und fördern andere Projekte. Darlehen verleihen dem Kreditnehmer das Bewusstsein von Würde und Selbstachtung.


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