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Kirchliche Stellungnahmen zu einem Krieg gegen den Irak

Aus der Oekumene und aus Deutschland

Hier finden Sie Erklärungen in deutsch und englisch, sowie Pressemitteilungen vom

  • Oekumenischer Rat der Kirchen 
  • Kirchenrepräsentanten aus USA und Kanada
  • Kirchenrepräsentanten aus England
  • Evangelische Kirche in Deutschland
  • Deutsche Katholische Bischofskonferenz
  • Iustitia et Pax (Katholische Bischofskonferenz)
  • Evangelisch Methodistische Kirche
  • Mennoniten
  • Pax Christi

 

 

 

Oekumenischer Rat der Kirchen,

Konferenz Europäischer Kirchen

 

Verantwortliche der Kirchen vereint gegen einen Krieg im Irak

 

Kirchenführer aus Europa, den USA und dem Nahen Osten haben sich am  Mittwoch, den 5. Februar 2003, bei einem Treffen in Berlin in einer  Resolution für eine friedliche Lösung der Irak-Krise ausgesprochen.  Nachdrücklich fordern sie, den UN-Inspektoren ausreichend Zeit für  ihre Arbeit zu lassen. Die Ziele, die besonders von den USA zur  Begründung eines Krieges gegen den Irak angeführt würden, seien nicht  akzeptabel, heißt es in der Erklärung. Die leitenden Kirchenvertreter  rufen die Regierung des Irak dazu auf, alle Massenvernichtungswaffen  zu zerstören und in jeder Hinsicht mit den UN-Inspektoren zusammen zu  arbeiten.

 

 

Die Erklärung im Wortlaut:

 

 

1. Als Verantwortliche aus Kirchen in Europa, in Beratung mit den  Kirchenräten in den USA und dem Nahen Osten, sind wir äußerst besorgt  über die nicht nachlassenden Forderungen der USA und einiger  europäischer Regierungen nach militärischen Aktionen gegen den Irak.  Als Menschen des Glaubens drängt uns die Liebe zu unseren Nächsten  dazu, gegen Krieg Widerstand zu leisten und friedliche  Konfliktlösungen zu suchen. Als Kirchen beten wir für Frieden und  Freiheit, Gerechtigkeit und Sicherheit für die Menschen im Irak und im  Nahen Osten insgesamt. Solches Beten verpflichtet uns, Werkzeuge des  Friedens zu sein.

 

2. Wir bedauern, dass die mächtigsten Nationen dieser Welt Krieg  wieder als ein akzeptables Mittel der Außenpolitik betrachten. Dies  schafft ein internationales Klima der Furcht, Bedrohung und  Unsicherheit.

 

3. Wir können die Ziele, die von diesen Regierungen, insbesondere den  USA, zur Begründung eines Krieges gegen den Irak angeführt werden,  nicht akzeptieren. Ein präventiver kriegerischer Angriff als Mittel,  um die Regierung eines souveränen Staates auszuwechseln, ist  unmoralisch und stellt eine Verletzung der UN-Charta dar. Wir  appellieren an den Sicherheitsrat, an den Grundsätzen der UN-Charta  festzuhalten, die die legitime Anwendung militärischer Gewalt eng  begrenzen, und zu vermeiden, dass ein negativer Präzedenzfall  geschaffen wird, der die Hemmschwelle erniedrigt, gewaltsame Mittel  zur Lösung internationaler Konflikte einzusetzen.

 

4. Wir glauben, dass militärische Gewalt ein ungeeignetes Mittel ist,  um die Abrüstung irakischer Massenvernichtungswaffen zu erreichen. Wir  bestehen darauf, dass für die sorgfältig geplanten Maßnahmen der  UN-Waffeninspektionen genügend Zeit eingeräumt wird, um die Arbeit zu  Ende führen zu können.

 

5. Alle Mitgliedsstaaten der UNO müssen sich an bindende  UN-Resolutionen halten und Konflikte durch friedliche Mittel lösen.  Der Irak kann keine Ausnahme sein. Wir rufen die Regierung des Irak  dazu auf, alle Massenvernichtungswaffen zu zerstören und damit  verbundene Forschung und Produktionsstätten aufzugeben. Der Irak muss  in jeder Hinsicht mit den UN-Inspektoren zusammenarbeiten und allen  seinen Bürgern die volle Anerkennung der bürgerlichen und politischen,  wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte garantieren.  Den Menschen im Irak muss die Hoffnung gegeben werden, dass es  Alternativen sowohl zu Diktatur als zu Krieg gibt.

 

6. Ein Krieg hätte unannehmbare Folgen für die Situation der Menschen,  u.a. die Entwurzelung von großen Teilen der Bevölkerung, den  Zusammenbruch staatlicher Funktionen, die Gefahr von Bürgerkrieg und  Destabilisierung der ganzen Region. Das Leiden irakischer Kinder und  der unnötige Tod hunderttausender Iraker während der letzten zwölf  Jahre der Sanktionen lasten schwer auf unseren Herzen. In der  gegenwärtigen Situation bekräftigen wir mit Nachdruck das seit langem  geltende humanitäre Prinzip, bedingungslosen Zugang zu Menschen in Not  zu gewähren.

 

7. Außerdem warnen wir vor den möglichen sozialen, kulturellen und  religiösen, aber auch diplomatischen Langzeitfolgen eines solchen  Krieges. Weiteres Öl in das Feuer der Gewalt zu gießen, das die Region  bereits auffrisst, wird den Hass nur noch weiter anfachen, indem  extremistische Ideologien gestärkt und weitere globale Instabilität  und Unsicherheit genährt werden. Als Verantwortliche aus Kirchen in  Europa haben wir eine moralische und pastorale Verpflichtung,  Fremdenhass in unseren Ländern entgegenzutreten und den Menschen in  der muslimischen Welt die Furcht zu nehmen, die sogenannte westliche  Christenheit stelle sich gegen ihre Kultur, Religion und Werte. Wir  müssen die Zusammenarbeit für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenwürde  suchen.

 

8. Alle Regierungen, insbesondere die Mitglieder des Sicherheitsrates  haben die Verantwortung, diese Frage in ihrer ganzen Komplexität zu  bedenken. Es sind noch nicht alle friedlichen und diplomatischen  Mittel ausgeschöpft worden, um den Irak zu zwingen, den Resolutionen  des UN Sicherheitsrates zu folgen.

 

9. Es ist für uns eine geistliche Verpflichtung, die sich auf Gottes  Liebe zur ganzen Menschheit gründet, uns gegen den Krieg im Irak zu  stellen. Mit dieser Botschaft senden wir ein starkes Zeichen der  Solidarität und Unterstützung an die Kirchen im Irak, im Nahen Osten  und in den USA. Wir beten, dass Gott die Verantwortlichen leiten möge,  Entscheidungen zu treffen, die auf der Basis sorgfältiger Überlegung,  moralischer Prinzipien und hoher rechtlicher Standards beruhen. Wir  laden alle Kirchen ein, sich uns in diesem Zeugnis anzuschließen, für  eine friedliche Lösung dieses Konflikts zu beten und alle Menschen zu  ermutigen, sich am Ringen um eine solche Lösung zu beteiligen.

 

Aufruf von Verantwortlichen aus europäischen Kirchen bei einem Treffen  in Berlin, am 5. Februar 2003,einberufen vom Ökumenischen Rat der  Kirchen (ÖRK) in Absprache mit der Konferenz Europäischer Kirchen  (KEK), dem Nationalen Kirchenrat in den USA (NCCCUSA) und dem  Mittelöstlichen Kirchenrat (MECC), auf Einladung der Evangelischen  Kirche in Deutschland (EKD).

 

Die Liste der Teilnehmenden:

Präses Manfred Kock, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in  Deutschland (EKD), in der 24 lutherische, reformierte und unierte  Gliedkirchen zusammen geschlossen sind. Als oberster Repräsentant  vertritt der Ratsvorsitzende rund 26 Millionen evangelischer Christen  in Deutschland. (www.ekd.de )

Bischof Dr. Rolf Koppe, Leiter der Hauptabteilung Ausland und Ökumene  im Kirchenamt der EKD (www.ekd.de )

Dr. Konrad Raiser, Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen,  ÖRK (www.wcc-coe.org )

Dr. Keith Clements, Generalsekretär der Konferenz Europäischer  Kirchen, KEK (www.cec-kek.org )

Bischof Dr. Walter Klaiber, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft  Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), (www.oekumene-ack.de ),  Bischof und damit oberster Geistlicher der Evangelisch-Methodistischen  Kirche (Deutschland) (www.emk.de )

Präsident Jean-Arnold de Clermont, Präsident der Fédération  Protestante de France, die 16 Gliedkirchen, 60 Gemeinschaften und 500  Institutionen, Organisationen und Bewegungen vertritt, mit rund  1.100.000 Mitgliedern. (www.protestants.org )

Bischof Mag. Herwig Sturm, Evangelische Kirche Augsburger  Bekenntnisses (A. B.) in Österreich, oberster Repräsentant der rund  350.000 evangelisch-lutherischen Christen Österreichs. (www.evang.at )

Präsident Thomas Wipf, Vorstands-Präsident des Schweizerischen  Evangelischen Kirchenbundes (SEK), in dem 26 Gliedkirchen vertreten  sind. SEK ist das Schweizer Pendant zur EKD, Wipf ist dem  EKD-Ratsvorsitzenden zu vergleichen (www.sek.ch)

Bischof Jonas Jonsson, Bischof der rund 7,4 Millionen Mitglieder  umfassenden Schwedischen Kirche (Svenska kyrkan). Bischof Jonsson wird  begleitet von Pastor Kjell Jonasson, der im vergangenen Dezember den  Irak besucht hat (www.svenskakyrkan.se )

Probst Trond Bakkevig, Norwegische Kirche. Bakkevig ist Mitglied des  Zentralkomitees des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) und  norwegischer Kandidat für das Amt des ÖRK-Generalsekretärs. Die  Norwegische Kirche (Norske Kirke) hat rund 4,5 Millionen Mitglieder,  das sind 86,5 Prozent aller Norweger (www.kirken.no )

Erzbischof Jukka Parma, Evangelisch-Lutherische Kirche Finnlands,  oberster Repräsentant seiner Kirche (Suomen Evankelis-Luterilainen  Kirkko), die 4,5 Millionen Mitglieder hat (84,8 Prozent aller  Einwohner Finnlands) (www.evl.fi )

Bischof Karsten Nissen, Evangelisch-Lutherische Kirche in Dänemark  (Evangelisk-Lutherske Folkekirke in Danmark, 5,1 Millionen Mitglieder,  entspricht 87,7 Prozent aller Dänen), Bischof von Viborg, Vorsitzender  des Programmausschusses des Lutherischen Weltbundes  (www.folkekirken.dk )

Dr. Alison Elliot, Kirche von Schottland (Church of Scotland),  Co-Direktor des Zentrums für Theologie und Öffentliche Angelegenheiten  der Universität Edinburgh und Mitbegründer der Aktion "Churches  Together in Scotland" (ACTS) (www.churchofscotland.org.uk )

Pfarrer Arie W. van der Plas, Vorsitzender der Generalsynode der  Niederländische Reformierte Kirche und Vorsitzender des Moderamen der  Protestantische Kirche in der Niederlände  (www.unitingprotestantchurches.nl )

Erzbischof Feofan, Russisch-Orthodoxe Kirche, ist Erzbischof von  Berlin und Deutschland  (www.r-o-k.de )

Bischof Athanasius von Achaia, Kirche von Griechenland (Church of  Greece) (www.ecclesia.gr )

Rev. Dr. Nuhad Daoud Tomeh, Sonderbeauftragter des Generalsekretariats  des Middle East Council of Churches (MECC), Pastor der Presbyterian  Church of Syria and Lebanon  (www.mecchurches.org )

Dr. Bob Edgar, Generalsekretär des National Council of Churches  (NCCC), USA (www.ncccusa.org )

James Winkler, Generalsekretar des General Board of Church and Society  der United Methodist Church, USA (www.umc.org )

Dr. Rebecca Larson, Executive Director der Division for Church and  Society der  Evangelical-Lutheran Church in America, USA (www.elca.org )

Mister Thor Arne Prois (Director of ACT/Action of Churches Together,  Genf)

 

 

 

 

Church leaders united against war in Iraq

 

Meeting in Berlin on 5 February 2003 to discuss a common response by churches to the threat of military action in Iraq, European church leaders issued the following statement. The meeting was convened by the World Council of Churches (WCC) in consultation with the Conference of European Churches (CEC), the National Council of Churches of Christ in the USA (NCCCUSA) and the Middle East Council of Churches, hosted by the Evangelical Church in Germany (EKD).

 

"1. As European church leaders, in consultation with councils of churches in the USA and the Middle East, we remain extremely concerned with the continued calls for military action against Iraq by the US and some European governments. As people of faith, our love of neighbour compels us to oppose war and to seek peaceful resolution of conflicts. As churches we pray for peace and freedom, justice and safety for the people of Iraq and in the Middle East as a whole. Such prayer obliges us to be instruments of peace.

 

2. We deplore the fact that the most powerful nations of this world again regard war as an acceptable instrument of foreign policy. This creates an international culture of fear, threat and insecurity.

 

3. We cannot accept the stated objectives of a war against Iraq, as laid out by these governments, in particular the US. Pre-emptive military strike and war as a means to change the regime of a sovereign state are immoral and in violation of the UN Charter. We appeal to the Security Council to uphold the principles of the UN Charter which strictly limit the legitimate use of military force and to refrain from creating negative precedence and lowering the threshold for using violent means to solve international conflicts.

 

4. We believe that military force is an inappropriate means to achieve disarmament of any Iraqi weapons of mass destruction. We insist that the carefully designed mechanisms of the UN weapons inspections be given the time needed to complete their work.

 

5. All UN member states have to comply with binding UN resolutions and resolve conflicts by peaceful means. Iraq can be no exception. We call on the Government of Iraq to destroy any weapons of mass destruction and related research and production facilities. Iraq must cooperate fully with UN weapons inspectors, and guarantee full respect of the civil and political, economic, social and cultural human rights for all its citizens. The people in Iraq must be given hope that there are alternatives to both dictatorship and war.

 

6. A war would have unacceptable humanitarian consequences, including large-scale displacement of people, the breakdown of state functions, the possibility of civil war and major unrest in the whole region. The plight of Iraqi children and the unnecessary deaths of hundreds of thousands of Iraqis over the past 12 years of sanctions regime weighs heavily on our hearts. In the present situation, we strongly affirm long-standing humanitarian principles of unconditional access to people in need.

 

7. We further caution against the potential social, cultural, and religious as well as diplomatic long-term consequences of such a war. Further fueling the fires of violence that are already consuming the region will only exacerbate intense hatred strengthening extremist ideologies and breeding further global instability and insecurity. As church leaders in Europe we have a moral and pastoral responsibility to challenge xenophobia in our own countries as well as allay the fears of many in the Muslim world, that the so called Western Christianity is against their culture, religion and values. We should seek co-operation for peace, justice and human dignity.

 

8. All governments, in particular the members of the Security Council have the responsibility to consider the whole complexity of this issue. All peaceful and diplomatic means to compel Iraq to comply with UN Security Council resolutions have not been exhausted.

 

9. For us it is a spiritual obligation, grounded in God's love for all humanity, to speak out against war in Iraq. Through this message we send a strong sign of solidarity and support, to churches in Iraq, the Middle East and in the USA. We pray that God will guide those responsible to take decisions based on careful reflections, moral principles and high legal standards. We invite all churches to join us in this act of witness and to pray for and encourage participation of all people in the struggle for a peaceful resolution of this conflict."

 

List of participants

 

Rev. Dr Konrad Raiser, general secretary of the World Council of Churches

Rev. Dr Keith Clements, general secretary of the Council of European Churches

Präses Manfred Kock, president of the Council of the Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

Bishop Dr. Walter Klaiber, head of the Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) and Evangelical-Methodist Church (Germany)

Rev. Dr Jean-Arnold de Clermont, president of the Protestant Federation of France

Bishop Mag. Herwig Sturm, Evangelical Church of the Augsburg and Helvetic Confessions in Austria

Rev. Thomas Wipf, president of the Federation of Swiss Protestant Churches

Bishop Jonas Jonson, Bishop of the Church of Sweden and Rev. Kjell Jonasson, Church of Sweden

Rev. Canon Dr Trond Bakkevig, Church of Norway

Archbishop Jukka Parma, Evangelical Lutheran Church of Finland

Bischop Karsten Nissen, Evangelical Lutheran Church in Denmark

Dr. Alison Elliot, Church of Scotland and Churches Together in Scotland (ACTS)

Rev Arie W. van der Plas, Reformed Churches in the Netherlands and Uniting Protestant Churches in the Netherlands

Archbishop Feofan, Russian Orthodox Church, archbishop of Berlin and Germany

Bishop Athanasius of Achaja, Church of Greece

Rev. Dr. Nuhad Daoud Tomeh, representing the General Secretariat of the Middle East Council of Churches

Dr. Bob Edgar, general secretary, National Council of Churches of Christ in the USA

James Winkler, general secretary, General Board of Church and Society of the United Methodist Church, USA

Rev. Dr Rebecca Larson, executive director, Division for Church and Society, Evangelical Lutheran Church in America, USA

Mr. Thor-Arne Pröis, director of Action by Churches Together (ACT) International, Geneva

WCC staff:

Mr Peter Weiderud, director WCC Commission of the Churches on International Affairs

EKD Secretariat:

Bishop Dr Rolf Koppe

Rev. Dr Christa Grengel

Rev. Dr Dagmar Heller

 

 

 

 

Oekumenischer Rat der Kirchen,

Zentralausschuss,

Tagung vom 26. August bis 3. September 2002

Erklärung zu den Gefahren eines militärischen Angriffs auf den Irak

Der Zentralausschuss, der vom 26. August bis 3. September 2002 in Genf tagt:

zutiefst besorgt und beunruhigt über die fortdauernden Anstrengungen der Vereinigten Staaten von Amerika, internationale Unterstützung für einen neuen Militärschlag gegen den Irak zu gewinnen, mit dem erklärten Ziel, die Regierung von Saddam Hussein zu stürzen;

an die Worte der Ersten Vollversammlung des ÖRK (1948) erinnernd: "Der Krieg als Mittel der Beilegung von Streitigkeiten ist unvereinbar mit der Lehre und dem Vorbild unseres Herrn Jesus Christus. Die Rolle, die der Krieg im heutigen internationalen Leben spielt, ist Sünde wider Gott und eine Entwürdigung des Menschen";

an die Erklärung der Siebten Vollversammlung 1991 zum Golfkrieg, dem Nahen Osten und der Bedrohung des Weltfriedens und an seine Erklärung vom Februar 1998 über die Lage im Irak, in der er vor neuen Militärinterventionen warnte, die unweigerlich viele Menschenleben fordern und das Leid des irakischen Volkes verschlimmern würden, erinnernd und diese bekräftigend;

an spätere Maßnahmen und öffentliche Erklärungen des ÖRK erinnernd und sie bekräftigend, in denen der UN-Sicherheitsrat aufgerufen wurde, alle Sanktionen mit direkten und unterschiedslosen Auswirkungen auf die irakische Zivilbevölkerung unverzüglich aufzuheben;

seine Überzeugung wiederholend, dass "unter der Herrschaft Gottes kein Staat und keine Gruppe von Staaten das Recht (hat), gegen andere Rache zu üben. Ferner hat kein Staat das Recht, einseitige Urteile zu fällen oder einseitige Maßnahmen zu ergreifen, die zur Zerstörung eines anderen Landes führen und Leid und Verelendung für dessen Bevölkerung bedeuten." (Zentralausschuss, Potsdam 2001);

teilt die Ängste und Sorgen der Kirchen im Nahen und Mittleren Osten, die der Rat der Kirchen im Mittleren Osten in seiner Erklärung vom 5. August 2002 zum Ausdruck gebracht hat, und unterstützt dessen Aufruf zu "anhaltenden und entschlossenen diplomatischen und politischen Bemühungen, die die Regierung des Irak in die Verantwortung nehmen, und zu einer intensiven Kampagne mit dem Ziel, das irakische Volk wieder handlungsfähig zu machen und seine Würde wiederherzustellen";

begrüßt die Christliche Erklärung, die Pax Christi, Vereinigtes Königreich, Mitte Juli veröffentlicht hat und in der die US-amerikanische Ankündigung von Kriegsplänen gegen den Irak mit eventueller britischer Unterstützung als unmoralisch und unrechtmäßig bezeichnet und bedauert wird, dass die mächtigsten Länder der Welt Krieg auch weiterhin als annehmbares Instrument der Außenpolitik ansehen und damit sowohl gegen die Vereinten Nationen als auch gegen die christliche Lehre verstoßen;

begrüßt des Weiteren Stellungnahmen von Kirchen in den USA, GB, Kanada, Australien und anderen Ländern, in denen schwere Bedenken angesichts eines drohenden Krieges gegen den Irak vorgebracht werden;

ruft die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika nachdrücklich auf, sich aller militärischen Drohungen gegen den Irak und der weiteren Planung militärischer Angriffe auf das Land zu enthalten;

bittet die internationale Gemeinschaft eindringlich, an den völkerrechtlichen Normen festzuhalten, sich dem Druck zur Beteiligung an militärischen Präventivschlägen gegen ein souveränes Land unter dem Vorwand des "Krieges gegen den Terrorismus" zu widersetzen und verstärkt einzutreten für die Einhaltung der Irak-Resolutionen des UN-Sicherheitsrates durch nicht-militärische Mittel;

ruft die irakische Regierung auf, die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates einzuhalten, drunter auch die Forderungen, alle Massenvernichtungswaffen und dazu gehörigen Forschungs- und Produktionsanlagen zu zerstören, ohne Einschränkungen mit den zur Kontrolle der Einhaltung stationierten UN-Inspektoren zusammenzuarbeiten und die uneingeschränkte Achtung der bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte aller ihrer Bürger und Bürgerinnen sicherzustellen;

ruft alle Mitgliedskirchen und ökumenischen Partner auf, sich bei ihren Regierungen dafür einzusetzen, die Grundursachen des Konflikts anzugehen und der gravierenden humanitären Katastrophe im Irak Einhalt zu gebieten;

erneuert seine Solidaritätsbekundungen und Gebete für die Kirchen und Menschen im Irak.

STATEMENT ON THE THREATS OF MILITARY ACTION AGAINST IRAQ

The Central Committee of the World Council of Churches, meeting in Geneva 26 August to 3 September, 2002:

Profoundly concerned and alarmed about the persistent efforts of the Government of the United States of America to gather international support for a new military action against Iraq with the stated objective of overthrowing the present government of Iraq;

Recalling and reaffirming the words of the WCC First General Assembly (1948): War as a method of settling disputes is incompatible with the teaching and example of our Lord Jesus Christ. The part which war plays in our present international life is a sin against God and a degradation of man.

Recalling and reaffirming the 1991 Seventh Assembly Statement on the Gulf War, the Middle East the Threat to World Peace and its statement on the Situation in Iraq of February 1998, where it warned against renewed military action which would result in large scale casualties and increased suffering by the Iraqi people;

Recalling and reaffirming subsequent WCC actions and public statements calling upon the United Nations Security Council to lift immediately all sanctions that have direct and indiscriminate effect on the civilian population of Iraq;

Reiterating its conviction that "under the sovereignty of God, no nation or group of nations is entitled to prosecute vengeance against another. Nor is any nation entitled to make unilateral judgements and take unilateral actions that lead to the devastation of another nation and the massive suffering of its people." (Central Committee, Potsdam, 2001);

Shares the fears and concerns of the churches in the Middle East and as expressed by the Middle East Council of Churches in its statement of August 5, 2002, and supports its call for "a sustained and determined diplomatic and political effort that engages the Iraqi government directly, and a sustained campaign to re-empower the Iraqi people and restore their dignity";

Welcomes The Christian Declaration launched in mid-July by Pax Christi UK which considers the pronouncements of war plans against Iraq by the USA, with a possible British support as immoral and illegal, deploring the fact that the world's most powerful nations continue to regard war as an acceptable instrument of foreign policy, in violation of both the United Nations and Christian teachings;

Further welcomes the positions taken by churches in the USA, the UK, Canada, Australia and other nations expressing grave concerns about the threat of war against Iraq;

Calls upon the Government of Iraq to respect the resolutions of the UN Security Council, including demands that it destroy all weapons of mass destruction and related research and production facilities, to cooperate fully with UN inspectors deployed to oversee compliance, and to guarantee full respect of the civil and political, economic, social and cultural human rights for all its citizens;

Calls insistently upon the Government of the United States of America to desist from any military threats against Iraq and any further development of plans for military actions against that country;

Urges the international community to uphold the international rule of law, to resist pressures to join in preemptive military strikes against a sovereign state under the pretext of the "war on terrorism," and to strengthen their commitment to obtain respect for United Nations Security Council resolutions on Iraq by non-military means;

Calls upon all member churches and ecumenical partners to prevail upon their governments to address the root causes of the conflict itself and to put an end to the dire humanitarian crisis in Iraq; and

Reiterates its expression of solidarity with and prayers for the churches and people of Iraq."World Council of Churches, CENTRAL COMMITTEE, Geneva, Switzerland, 26 August - 3 September 2002, (Public Issues ) Document PUB 5

 

Eine Sammlung des OeRK von kirchlichen Stellungnahmen zu einem drohenden Krieg gegen den Irak "Behind the news: Visions for Peace - Voices of Faith" vom 30. Oktober 2002 unter URL

http://www.wcc-coe.org/wcc/behindthenews/text19.html#2

 

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US-amerikanische, kanadische und britische Kirchenrepräsentanten gegen Kriegsvorbereitungen der USA und Englands

US, UK and Canadian church leaders urge a halt to 'rush to war' with Iraq

Pressemeldung vom 30 August 2002

Thirty-seven church leaders from the United States, United Kingdom and Canada have called upon the US and British governments to use restraint in "the apparent drift towards military confrontation in Iraq".

Citing their "links with church partners in the Middle East and our unity in Christ with Christians there," the church leaders expressed concern about the "likely human costs of war with Iraq, particularly for civilians".

The leaders issued their statement from Geneva, Switzerland, where they are attending meetings of the Central Committee of the World Council of Churches (WCC). The statement was faxed Friday morning (30 August) to the White House and to Downing Street.

A Call to Stop the Rush to War

August 30, 2002

As representatives and participants from the United States, British and Canadian churches meeting at the Central Committee of the World Council of Churches, we have heard and share the concern of those of other nations about the apparent drift towards military confrontation in Iraq.
As the calls for military action to remove Saddam Hussein from power in Iraq have grown louder, we call for restraint. We are concerned about the situation in Iraq. We believe that the Iraqi government has a duty to stop its internal repression, to end its threats to peace, to abandon its efforts to develop weapons of mass destruction, and to respect the legitimate role of the United Nations in ensuring that it does so. But we also believe that the international community is weakened and respect for law undermined when national governments act individually rather than collectively to secure these goals. We have watched with growing alarm as the United States government has become increasingly unilateral in its approach to foreign affairs, and has failed to heed the advice and counsel of friends and allies.
Although both the U.S. and U.K. governments have claimed that they have evidence that Saddam Hussein is building up weapons of mass destruction, they have so far refused to make that evidence public. This undermines democratic government by depriving the U.S. Congress and the U.K. Parliament of the ability to make a considered judgment regarding the justification for war. Furthermore, the United Nations Charter does not permit states to engage in preemptive war. We therefore urge our governments to pursue this matter through the United Nations Security Council: In particular, we urge that Saddam Hussein's offer to re-admit U.N. Weapons Inspectors be accepted.
Our knowledge of and links with church partners in the Middle East and our unity in Christ with Christians there make us very sensitive to the destabilizing potential of a war against Iraq for the whole region. There is no support among the Arab nations for such a war and very little support in Europe and elsewhere. Christian-Muslim relations would be further harmed by such a war, and the possibility of such an action triggering direct military confrontation in Israel cannot be ignored. Further, the forces of extremism and terrorism would be strengthened rather than diminished.
As Christians, we are concerned by the likely human costs of war with Iraq, particularly for civilians. We are unconvinced that the gain for humanity would be proportionate to the loss. Neither are we convinced that it has been publicly demonstrated that all reasonable alternative means of containing Iraq's development of weapons of mass destruction have been exhausted. We call upon our governments to pursue these diplomatic means in active cooperation with the United Nations and to stop the apparent rush to war. "Blessed are the peacemakers, for they will be called children of God." (Matthew 5:9)


The signatories of the statement are:

Rev. Kathryn K. Bannister (United Methodist Church, USA)
Rev. Alyson Barnett-Cowan (Anglican Church of Canada)
Dr Marion S. Best (United Church of Canada)
Rev. Ruth A. Bottoms (Baptist Union of Great Britain)
Ms Lois McCullough Dauway (United Methodist Church, USA)
Rev. Dr Robert Edgar (National Council of Churches of Christ in the USA)
The Rt Rev. C. Christopher Epting (Episcopal Church, USA)
Ms Alice-Jean Finlay (Anglican Church of Canada)
Rev. Douglass Fromm (Reformed Church in America)
Ms Anne Glynn-Mackoul (Greek Orthodox Patriarchate of Antioch and all the East, USA)
Rev. Dr David Goodbourn (Churches Together in Britain and Ireland)
Eden Grace (Religious Society of Friends, USA)
Rev. Wesley Granberg-Michaelson (Reformed Church in America)
Rev. Dr Richard A. Grounds (United Methodist Church, USA)
Rev. Dr Richard L. Hamm (Christian Church - Disciples of Christ in the USA and Canada)
Ms. Elenie K. Huszagh (National Council of Churches of Christ in the USA)
Archbishop Mor Cyril Aphrem Karim (Syrian Orthodox Patriarchate of Antioch and all the East), USA
Rev. Dr Clifton Kirkpatrick (Presbyterian Church USA)
The Very Rev. Leonid Kishkovsky (Orthodox Church in America)
Rev. Stan McKay (United Church of Canada)
Rev. Roy Medley (American Baptist Churches in the USA)
The Rt Rev. Barry Morgan (Church in Wales)
Mr Naboth M. Muchopa (Methodist Church, UK)
Ms Jennifer Nagel (Evangelical Lutheran Church in America)
Mr Arthur Norman (Evangelical Lutheran Church in America)
Dr Bernice Powell-Jackson (United Church of Christ, USA)
Rev. Dr Bruce W. Robbins (United Methodist Church, USA)
The Rt Rev. Barry Rogerson (Church of England)
The Rt Rev. Telmor Sartison (Evangelical Lutheran Church in Canada)
Rev. Dr Robert E. Sawyer (Moravian Church in America, Southern Province)
Rev. Norman Shanks (Church of Scotland)
Rev. Dr David Thompson (Disciples Ecumenical Consultative Council)
Rev. Jill Thornton (United Reformed Church of England)
Rev. Dr Angelique Walker-Smith (National Baptist Convention, USA, Inc.)
Rev. Gethin Williams (Churches Together in Wales - Cytun)
Ms Louise Williams (Evangelical Lutheran Church in America)
Rev. Robina Winbush (Presbyterian Church USA)
Bishop McKinley Young (African Methodist Episcopal Church, USA)

 

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Vatikan

 

Papst Johannes Paul II: "Nein zum Krieg"

 

In einer Ansprache hat Papst Johannes Paul II. am 13.1.2003, die politischen Führer der Staaten weltweit ermahnt, die Menschheit vor einem Krieg zu bewahren. Hier einige Passagen der Rede, die der Bischof von Rom in Französisch an die beim Vatikan akkreditierten Botschafter richtete, in einer Übersetzung von kna:

             

 

             "Exzellenzen, meine Damen und Herren,

(...) Niemals wie zu Beginn dieses Jahrtausends hat die der Mensch empfunden, wie gefährdet die Welt ist, die er selbst gestaltet hat.

2. Ich bin persönlich zutiefst beeindruckt vom Gefühl der Angst, das viele Zeitgenossen bewegt. Ein heimtückischer Terrorismus, der immer und überall zuschlagen kann; das ungelöste Problem des Nahen Ostens mit dem Heiligen Land und dem Irak; die Unruhen in Südamerika, besonders in Argentinien, Kolumbien und Venezuela; die Konflikte, die zahlreiche afrikanische Länder davon abhalten, ihre eigene Entwicklung voranzutreiben; die Krankheiten, die Ansteckung und Tod verbreiten; das gravierende Hungerproblem, vor allem in Afrika; das unverantwortliche Verhalten, das den Raubbau der Ressourcen unseres Planeten befördert: All diese Plagen bedrohen das Überleben der Menschheit, den Frieden des Einzelnen und die Sicherheit von Gesellschaften.

3. Doch alles kann sich verändern. Es liegt an jedem von uns. Jeder kann in sich sein Potenzial des Glaubens, der Redlichkeit, des Respekts für andere und der Hingabe für den Dienst am Nächsten entwickeln. Selbstverständlich liegt es auch an den politischen Führern, die zum Dienst für das Gemeinwohl aufgerufen sind. Es wird Sie nicht verwundern, wenn ich vor einer Versammlung von Diplomaten gewisse Erfordernisse benenne, die meiner Meinung nach erfüllt werden müssen, wenn nicht ganze Völker oder gar die gesamte Menschheit in einem Abgrund versinken soll.

Zunächst "Ja zum Leben!": Das Leben selbst und das individuelle Leben aller zu respektieren. Damit beginnt alles, denn das Recht auf Leben ist das grundlegende aller Menschenrechte. (...)"

             

[Es folgen die Respektierung des Rechts, die Pflicht zur Solidarität, das "Nein zum Tod", das "Nein zum Egoismus", KNA]

"(...) "Nein zum Krieg!" Er ist niemals ein unabwendbares Schicksal. Er ist immer eine Niederlage der Menschheit. Das internationale Recht, der ehrliche Dialog, die Solidarität zwischen Staaten, das noble Metier der Diplomatie: Dies alles sind Methoden, die des Menschen und der Nationen zur Beilegung von Differenzen würdig sind. Ich sage das im Gedanken an jene, die immer noch ihr Vertrauen in Nuklearwaffen setzen, und an die viel zu zahlreichen Konflikte, die weiter unsere Menschenbrüder gefangen halten.

An Weihnachten hat uns Bethlehem an die ungelöste Krise im Nahen Osten erinnert, wo zwei Völker, das israelische und das palästinensische, aufgerufen sind, Seite an Seite zu leben, gleichermaßen frei und souverän, im gegenseitigen Respekt voreinander. Ohne wiederholen zu müssen, was ich Ihnen im vorigen Jahr an gleicher Stelle sagte, möchte ich heute angesichts der ständigen Verschlimmerung der Krise im Nahen Osten lediglich hinzufügen, dass eine Lösung niemals unter Rückgriff auf Terrorismus und bewaffneten Konflikt zu erreichen sein wird - so als ob militärische Siege zum Erfolg führen könnten.

Und was ist zur Bedrohung durch einen Krieg zu sagen, der die Bevölkerung des Irak treffen könnte, das Land der Propheten, ein Volk, das durch mehr als zwölf Jahre Embargo bereits erschöpft ist? Krieg ist niemals ein Mittel wie andere auch, das man wählen könnte, um Differenzen zwischen Völkern zu regeln. Wie uns die Charta der Organisation der Vereinten Nationen und das internationale Recht erinnern, kann man - selbst wenn es darum geht, das Gemeinwohl sicher zu stellen - nur dann auf einen Krieg zurückgreifen, wenn es sich um das allerletzte Mittel handelt, unter Befolgung sehr strenger Bedingungen, und ohne die Folgen für die Zivilbevölkerung während und nach der Militäraktion zu vernachlässigen. (...)

(c) 2003 KNA (13.1.2003)

 

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Papst-Rede zum Friedensgebet der Religionen in Assisi am 24.1.2002

 

"Radikal Gewalt verwerfen"

 

Zu Beginn des Friedensgebets in Assisi hat Papst Johannes Paul II. eine Grundsatzrede gehalten. Hier einige Ausschnitte in der Übersetzung von kna:        

 

            Wir sind als Friedens-Pilger nach Assisi gekommen. Wir sind als Vertreter von verschiedenen Religionen hier, um uns vor Gott über unsere Verpflichtung für den Frieden zu fragen, um ihn um das Geschenk des Friedens zu bitten, um unserer gemeinsames Streben und Verlangen nach einer gerechteren und solidarischeren Welt zu bekunden.

Wir wollen unseren Beitrag leisten, um die Nebel des Terrorismus zu zerstreuen, des Hasses, der bewaffneten Konflikte. Nebel, die sich in den letzten Monaten am Horizont der Menschheit besonders verdichtet haben. Dazu wollen wir aufeinander hören. Schon dies allein ist - so fühlen wir - ein Zeichen des Friedens. Schon darin liegt eine Antwort auf die Fragen, die uns beunruhigen. Schon dies dient dazu, die Nebel aus Verdacht und Unverständnis zu zerstreuen. Das Dunkel lässt sich nicht durch Waffen erleuchten. Das Dunkel entfernt sich nur, indem man Licht macht. Vor einigen Tagen habe ich vor dem Diplomatischen Korps im Vatikan gesagt, dass man den Hass nur durch Liebe überwinden kann.

2. Wir treffen uns in Assisi, wo alles von einem außergewöhnlichen Propheten des Friedens spricht, von Franziskus. Er wird nicht nur von Christen geliebt, sondern von vielen anderen Gläubigen, ja auch von Menschen, die fern aller Religion sich in den Idealen der Gerechtigkeit, der Versöhnung, des Friedens wiederfinden, die seine Ideale waren...

Gott selbst hat ins Herz des Menschen ein instinktives Streben nach Frieden und Harmonie gelegt. Es ist tiefer und ausdauernder als der Instinkt der Gewalt, es ist ein Verlangen, das wir alle hier in Assisi neu aufleben lassen wollen. Wir tun dies im Wissen darum, dass wir damit das tiefste Verlangen jedes menschlichen Wesens interpretieren.

Die Geschichte hat gezeigt und zeigt weiterhin, dass es Männer und Frauen gibt, die sich gerade als glaubende Menschen als Zeugen des Friedens ausgezeichnet haben. Mit ihrem Beispiel lehren sie uns, dass es möglich ist, zwischen den einzelnen Menschen und den Völkern Brücken zu bauen, auf denen man sich begegnen und die Wege des Friedens beschreiten kann. Wir wollen auf sie schauen, um für unseren Dienst an der Menschheit eine Inspiration zu finden. Sie ermutigen uns, darauf zu hoffen, dass es auch im soeben begonnenen neuen Jahrtausend nicht an Männern und Frauen des Friedens fehlt, die fähig sind, in die Welt das Licht der Liebe und der Hoffnung auszustrahlen.

3. Der Friede! Die Menschheit braucht immer den Frieden, aber sie braucht ihn heute mehr denn je, nachdem die tragischen Ereignisse das Vertrauen der Menschheit erschüttert haben, und angesichts der andauernden Konfliktherde, die die Welt in Spannung halten. In der Botschaft des vergangenen ersten Januar habe ich den Akzent auf zwei Pfeiler gelegt, auf denen der Friede ruht: Das Engagement für Gerechtigkeit und die Bereitschaft zur Versöhnung.

An erster Stelle Gerechtigkeit; denn es kann keinen echten Frieden geben ohne Respekt vor der Würde der Personen und der Völker, vor den Rechten und Pflichten eines jeden und ohne eine gerechte Verteilung der Güter und Lasten unter den Einzelnen und den Gemeinschaften. Man darf nicht vergessen, dass Situationen der Unterdrückung und Ausgrenzung oft am Anfang von Äußerungen der Gewalt und des Terrorismus stehen.

Und dann Versöhnung: Die menschliche Gerechtigkeit ist immer bedroht von menschlicher Schwäche und von persönlichen und Gruppen-Egoismen. Nur Vergebung heilt die Wunden in den Herzen und stellt die verletzten menschlichen Beziehungen in ihrer Tiefe wieder her.                 

 

Nötig sind Demut und Mut, um sich auf diesen Weg zu begeben. Der Kontext des heutigen Treffens, nämlich des Dialogs mit Gott, gibt uns die Möglichkeit, erneut zu betonen, dass wir in Gott die Einheit von Gerechtigkeit und Barmherzigkeit finden. Er ist in höchster Weise sich selbst und dem Menschen treu, auch dann, wenn das menschliche Wesen sich von ihm entfernt. Daher stehen die Religionen im Dienst des Friedens. Ihnen und besonders ihren Führern obliegt die Aufgabe, unter den Menschen unserer Zeit ein neues Bewusstsein von der Notwendigkeit zu verbreiten, Frieden zu schaffen.

4. ... Konflikte [rühren] oft von der falschen Verquickung von Religion mit nationalistischen, politischen, wirtschaftlichen und sonstigen Interessen her.... Noch einmal unterstreichen wir ...: Wer immer die Religion dazu benutzt, um Gewalt zu schüren, widerspricht ihrem tiefsten und wahrsten Wesen.

Daher ist es notwendig, dass religiöse Personen und Institutionen ganz eindeutig und radikal Gewalt verwerfen, jede Gewalt, angefangen von der, die sich mit Religiosität bemäntelt. Indem sie sich sogar auf den allerheiligsten Namen Gottes beruft, um den Menschen zu beleidigen. Die Beleidigung des Menschen ist - definitiv - eine Beleidigung Gottes. Es gibt keinerlei religiöse Zielsetzung, die Gewalt des Menschen gegen den Menschen rechtfertigt.

6. Wenn der Friede ein Geschenk Gottes ist und in ihm seine Quelle hat, wo können wir den Frieden dann suchen und wie können wir ihn aufbauen, wenn nicht in engstem und tiefstem Kontakt mit Gott? Der Aufbau des Friedens in Ordnung, Gerechtigkeit und Freiheit verlangt aber vor allem das Gebet. Das Gebet bedeutet Öffnung, Hören, Dialog und schließlich Einheit mit Gott, der ursprünglichen Quelle des wahren Friedens.

Beten bedeutet nicht, der Geschichte und ihren Problemen auszuweichen. Im Gegenteil bedeutet es, die Wirklichkeit nicht alleine, sondern mit der Kraft anzugehen, die von oben kommt, mit der Kraft der Wahrheit und der Liebe, deren letzte Quelle Gott selbst ist....

Es ist an der Zeit, entschieden die Versuchung zu Feindseligkeiten zu überwinden, die im Laufe auch der Religionsgeschichte nicht gefehlt haben. Wenn diese Feindseligkeiten sich auf die Religionen berufen, zeigen sie ein höchst unreifes Gesicht. Das echt religiöse Gefühl führt tatsächlich zu einer besonderen Weise, das Geheimnis Gottes aufzuspüren, der die Quelle alles Guten ist. Das stellt eine Quelle des Respekts und der Harmonie unter den Völkern dar. Im religiösen Gefühl liegt der grundlegende Pol gegen alle Gewalt und gegen Konflikte....

Der Friede möge vor allem in den Seelen der zukünftigen Generationen wohnen. Jugend der 3. Jahrtausends, christliche Jugend, Jugend aller Religionen, ich bitte euch, seid wie Franz von < Assisi lernbereite und mutige Wächter des wahren Friedens, der auf Gerechtigkeit und Vergebung gegründet ist, in Wahrheit und Erbarmen. Geht auf die Zukunft zu und haltet die Fackel des Friedens hoch. Die Welt braucht sein Licht."     

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Katholische US- Bischöfe gegen Präventivschlag auf Irak

Forderung nach wirksamen Alternativen des Drucks auf Saddam Hussein

13. September 2002

Der Vorsitzende der amerikanischen Bischofskonferenz hat an George Bush geschrieben und ihn gebeten, auf Alternativen zu einem militärischen Präventivschlag gegen den Irak zu bestehen, da ein solcher gegen alle moralischen Regeln verstoße.

"Wir betrachten es als schwierig, die Ausweitung des Kriegs gegen den Terrorismus auf den Irak zu rechtfertigen, da es keine eindeutigen und angemessenen Beweise gibt, dass der Irak in die Terroranschläge vom 11. September oder in einen bevorstehenden Angriff schlimmen Ausmaßes verwickelt ist", so heißt es in dem Schreiben.

Der Brief von Bischof Wilton D. Gregory von Belleville ist auf den 13. September datiert und wurde auf Bitten des Verwaltungskomitees der Bischöfe verfasst, das sich eine Woche zuvor getroffen hatte.

Im Lichte der moralischen Prinzipien analysiert der Bischof einen eventuellen Angriff der USA, wobei er sich auf den Katechismus der Katholischen Kirche beruft, der unter Nummer 2309 dieses Thema behandelt. Nach diesen Prinzipien erfordert das bellum iustum bzw. das Recht auf legitime Verteidigung auch eine gerechtfertigte Ursache, legitime Autorität, Wahrscheinlichkeit des positiven Ausgangs, Proportionalität und Berücksichtung der Nonkombattenten". "Gibt es einen eindeutigen und angemessenen Hinweis auf eine direkte Verbindung zwischen dem Irak und den Terroranschlägen vom 11. September und einen eindeutigen und angemessenen Hinweis auf einen bevorstehenden Angriff schlimmen Ausmaßes?", so lautet die beißende Frage des Bischofs.

"Man sollte die Bemühungen, die inakzeptable Haltung einer Regierung zu ändern, von den Bemühungen, einer Regierung ein Ende zu bereiten, unterscheiden". Hinsichtlich der "legitimen Autorität" schreibt der Bischof, dass eine Operation dieser Art nur dann durchgeführt werden könne, wenn sie vom Kongress der USA und der UNO angenommen werde. "Wie auch der Heilige Stuhl sind wir äußerst skeptisch hinsichtlich einer einseitigen Militäraktion". Zitiert wird sodann der Katechismus. Der Gebrauch von Gewalt müsse auch wirklich erfolgsversprechend sein. "Der Krieg gegen den Irak könnte unvorhersehbare Folgen nicht nur für den Irak sondern auch für Frieden und Stabilität im ganzen Nahen Osten haben".

"Hätte ein vorausgreifender Präventivschlag auch dann Erfolg, wenn man ernsthafte Bedrohungen vereiteln würde oder würde er nicht gerade das provozieren, was man vermeiden will?". "Welche Wirkung hätte ein weiterer Krieg gegen den Irak lang- und kurzfristig gesehen auf dessen Zivilbevölkerung? Wie viele unschuldige Menschen müssten darunter leiden und sterben oder würden Haus und Gut oder ihre Arbeit verlieren?". "Würde ein Krieg gegen den Irak uns von unserer Verantwortung für die Errichtung einer gerechten und stabilen Ordnung in Afghanistan entheben oder würde er die große Koalition gegen den Terrorismus nicht eher zum bersten bringen?".

Die Militärkonflikte seien auch heute noch eine ernstzunehmende Gefahr für die Zivilbevölkerung. Daher bestärkte der Bischof den Präsidenten, weiterhin Bemühungen zu unternehmen, um auf andere Weise Druck auszuüben, damit Hussein seine übernommenen Verpflichtungen achtet, was auch die internationale Staatengemeinschaft unterstütze. "Mit allem Respekt bitten wir Sie dringend, von einem Krieg Abstand zu nehmen und der Welt zu helfen, eine globale und effektive Reaktion auf die irakischen Drohungen in Konformität mit den traditionellen moralischen Begrenzungen des Gebrauchs militärischer Gewalt zu finden", so heißt es abschließend in dem Schreiben.

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United Methodist Church (UMC)/ Evangelisch-Methodistische Kirche gegen einen Irak-Angriff


30. August 2002

Jim Winkler, Washington, Generalsekretär der Kommission für Kirche und Gesellschaft (GBCS) der weltweiten Evangelisch-methodistischen Kirche (United Methodist Church) hat sich am 30. 8. 2002 in einer Verlautbarung an alle Glieder unserer Kirche gewandt. Darin heißt es u. a.:


"Die Bush-Regierung hat ungeachtet der Warnungen ihrer Alliierten, vieler Mitglieder des (US-) Kongresses, wichtiger Experten und Millionen von US-Bürgern ihre Absicht erklärt, einen Krieg gegen den Irak vom Zaun zu brechen.... Ich bitte die Glieder der EmK, diesem leichtsinnigen Kurs entgegenzutreten und den Präsidenten zu drängen, der Bedrohung, die der Irak darstellt, mit anderen Mitteln entgegenzutreten... Unsere Kirche lehnt Interventionen ..kategorisch ab (Book of Resolutions 2000, S. 277) und hält es für die wichtigste moralische Pflicht aller Nationen, Auseinandersetzungen zwischen Völkern mit friedlichen Mitteln zu lösen.
Methodisten haben eine besondere Pflicht, sich gegen einen solchen Angriff auszusprechen. Präs. Bush und Vizepräs. Cheney sind beide Mitglieder unserer Kirche. Wenn wir jetzt schweigen, könnte das als stillschweigendes Einverständnis mit diesem Krieg interpretiert werden. Christus ist in die Welt gekommen, um den alten Kreislauf von Rache und Gewalt zu brechen... Es ist undenkbar, dass der Friedensfürst Jesus Christus, unser Herr und Retter diesen beabsichtigten Angriff gutheißen könnte...
Das Irak-Problem kann und sollte Angelegenheit der Vereinten Nationen sein (Book of Res. S.684). Kein Mitgliedsstaat hat das Recht, einseitige militärische Aktionen ohne Billigung durch den UN-Sicherheitsrat zu unternehmen. Bisher ist der Sicherheitsrat nicht einmal gefragt worden. Arabische und Europäische Staaten widersetzen sich kräftig einer Invasion des Irak. Ihre Sicht kann und sollte nicht außer Betracht gelassen werden. Die Frage der Nicht-Zusammenarbeit mit den Waffeninspektoren ist eine Angelegenheit der Vereinten Nationen....
Ein "Krieg als Vorsichtsmaßnahme" würde eine einschneidende und gefährliche Änderung der US-Außenpolitik darstellen. Es wäre auch ein erschreckendes Vorbild für andere Länder. Wie könnte man dann z. B. Indien oder Pakistan davon abhalten, einen Angriff auf das andere Land auszuführen mit der Begründung, sie könnten ja sonst eines Tages angegriffen werden? Präventivkriege als allgemeines Prinzip würden zu Katastrophe und Chaos führen...
Viele andere Fragen sind offen.....
Das Regime von Saddam Hussein hat viele Grausamkeiten gegen sein eigenes Volk zu verantworten und spielt eine höchst negative Rolle in regionalen und internationalen Angelegenheiten. Wir alle ersehnen eine gerechte und friedliche Regierung im Irak. Das irakische Volk leidet seit vielen Jahren und unsere Gebete sind mit ihm. Die Vereinten Nationen schätzen, dass die von ihnen verhängten Sanktionen, die schwersten, die sie je gegen ein Land verhängt hatten, zum Tod von einer Million Menschen geführt haben.
Wenn wir als Methodisten, die Worte Jesu ernst nehmen, Friedensstifter zu werden (Math. 5) und Gerechtigkeit und Frieden zu suchen, müssen wir jetzt deutlich sagen, daß der Weg, den Präsident Bush einschlägt den Worten Jesu entgegengesetzt ist, in keiner Weise mit der Position der Evangelisch-methodistischen Kirche übereinstimmt und die Rolle des (Völker-) Rechts als grundlegendes Prinzip der Demokratie bedroht. Dass der Zweck die Mittel heiligt, ist das schwächste aller möglichen Argumente. Unsere Nation verdient etwas besseres und die Welt erwartet etwas besseres von uns. "
Quelle und Rohübersetzung: Dr. Ulrich Meisel, Vertreter der EmK Deutschlands im GBCS

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Mennonite Church USA und Kanada: Drei Schritte gegen den Krieg

Pressemitteilung

Im August 2002 starteten die Mennonite Church USA und Kanada, zusammen mit MCC und Christian Peace Maker Teams eine Kampagne gegen einen Krieg der USA gegen den Irak. Das Motto der Aktion lautet "Die Frucht des Friedens ist Sicherheit, Terror ist die Ernte des Krieges". Leo Hartshorn, zuständig für Frieden und Gerechtigkeit im "Mennonite Mission Network" fragt: "Wie können wir eine Invasion des Irak unterstützen, wenn uns Jesu Worte [über Feindesliebe und Gewaltfreiheit] im Ohr klingen und die Vision vom Reich Gottes vor Augen steht?" James Schrag und Dan Nighswander, Exekutivdirektoren der Mennonite Church in USA und Kanada schickten Solidaritätsbriefe an die Christen und Kirchen im Irak, sowie Briefe an ihre jeweiligen Regierungen in denen sie ihre Sorge über die gegenwärtige Entwicklung zum Ausdruck brachten.

Die Gemeinden werden zu drei Schritten eingeladen, die dazu beitragen sollen, eine Vertrauensbasis zwischen USA und Irak zu schaffen und militärische Konfrontation abzubauen:

* Information über den Irak und die Folgen der seit 12 Jahren andauernden Sanktionen.

* Öffentliche Gebetsgottesdienste sollen verdeutlichen: Sicherheit kommt nicht durch Krieg, sondern durch gerechte Beziehungen.

* Faxe an Regierung und Parlamentarier. Vor allem sollen Abgeordnete, die den Sanktionen kritisch gegenüberstehen und gegen einen Krieg sind, unterstützt werden.

Vielfältiges Material zu den drei Schritten bietet die informative Webseite:

http://peace.mennolink.org

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Pax Christi USA

Congressional Brief

September 25, 2002

Pax Christi, USA, sandte am 25.9.2002 folgende Kurzstellungnahme und Information an die Mitglieder des US-KOngresses:

Every nation that has ever practiced 'regime change' as a policy has been condemned by history as an aggressor nation. Catholic Social Teaching, including principles of just war theory, is explicit in its rejection of all forms of aggression. Therefore Pax Christi USA finds the Bush Administration's policy of regime change both unwise and unjust and thoroughly incompatible with any criteria for establishing the basis for peace.

Pax Christi USA condemns the attempts by the Bush Administration to maneuver the US into a war with Iraq for the stated goal of 'regime change.' A preemptive, unilateral military action is unconscionable and illegal and will only serve to destabilize an already fragile situation within the region.

The Bush Administration has continually attempted to situate the need for military action against Iraq within the broader context of the war on terrorism. However, they have offered no evidence of any links between Saddam Hussein and the terror attacks of September 11, 2001. Neither have they offered concrete evidence that Iraq currently poses any threat to its neighbors or the US nor is actively supporting the al-Qaeda terrorist network. The best way to security and peace in the region continues to be the UN-administered process of weapons inspections (UNMOVIC, United Nations Monitoring, Verification and Inspection Commission) and a strategy for regional disarmament as called for in UN Security Council Resolution 687, Article 14.

By ignoring the structures and rules of international law and refusing to allow the UN process of weapons inspections to proceed unhindered, the Bush Administration's single-minded focus on a military solution will only assure that the spiral of violence will continue. The lives of thousands of American soldiers will be risked and the lives of tens of thousands of Iraqi civilians will surely be lost in any attack, either directly by bombs or through the renewed destruction of utilities, health facilities and civilian infrastructure as we saw in the Gulf War in 1991. Any attack on Iraq will also further alienate US allies and dramatically increase anti-American sentiment throughout the world, drastically increasing the threat of terrorist attacks against the US.

Pax Christi USA believes that current efforts by the UN to return weapons inspectors to Iraq provides the best solution for achieving stability and peace in the region. We believe that the current Congressional debate and any resolutions that result from it should include a prohibition of US interference with UNMOVIC weapons inspections teams. We do not wish to see the US undermine the inspection process again, as it has formerly done, through attempts to use UNSCOM weapons inspection teams for spying purposes.

Pax Christi USA calls upon our elected officials to oppose the Bush Administration's attempts to secure Congressional authorization for the use of military force against Iraq and to actively support the efforts of the United Nations. We believe that it is our responsibility as Catholic and Christian peacemakers to speak and act on behalf of Catholic/Christian moral teaching. We encourage all people of peace to stand ready to pay the same price for peace as those who want war; to do whatever is necessary to create the deepest possible shift of the human heart. As our elected officials consider fighting a war against the people of Iraq in our name and funded by our taxes, there is no morally neutral position - as Catholics and Christians we have an obligation to affirm certain fundamental principles of justice and a duty to speak and act publicly to be instruments of gospel nonviolence, instruments of Christ's peace.Pax Christi US

Johnny Zokovitch, Communications Director

Phone: 352-271-6941; johnnypcusa@yahoo.com

Pax Christi USA website: www.paxchristiusa.org

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KEIN KRIEG GEGEN DEN IRAK!

Eine Erklärung des US-amerikanischen Zweiges des Internationalen Versöhnungsbundes

16. August 2002

Die unmittelbar drohende Möglichkeit eines neuen Krieges bedroht die Menschen im Irak und der ganzen Welt. Es ist ein Krieg, der durch die Vereinigten Staaten geplant wird, und der die mehr als zwölf Jahre der ökonomischen und militärischen Gewalt fortsetzt, die die irakische Wirtschaft und Infrastruktur dezimiert hat.

Trotz die Opposition der internationalen Gemeinschaft, einschließlich vieler von Amerikas europäischen politischen Verbündeten und ambivalenten Stimmen innerhalb der Regierung von Präsident Bush selbst, ist es klar, dass militaristische Fürsprecher eines Krieges in der Regierung einen massiven, einseitigen Angriff gegen den Irak planen.

Solche Angriffe würden die amerikanischen Luftstreitkräfte, Marine und Bodentruppen miteinbeziehen. Sie würden zweifellos zu einer großen Zahl ziviler und militärischer Opfer , auch von US-Soldaten, führen und die Zahl der Getöteten des letzten Golf-Krieges weit übersteigen.

Diese Vorbereitungen für einen neuen Krieg und einen Angriff gegen den Irak finden im Kontext der anhaltenden Wirtschaftssanktionen statt, die bereits mehr als eine Million irakische Zivilisten seit 1990 getötet haben. Sie finden statt trotz der Bemühungen der Vereinten Nationen und anderer internationaler Organisationen über die Rückkehr der Waffekontrollen in den Irak zu verhandeln, im Rahmen von internationalem Recht und Respekt für die Menschenrechte der irakischen Bevölkerung.

Diese erneuerte Kriegsführung wird geplant, obwohl der Irak nicht droht die Vereinigten Staaten anzugreifen. Es ist dem Irak auch keinerlei Komplizenschaft zu den Tätern des 11. Septembers nachgewiesen worden.

Diese Kriegsdrohung findet ohne die Erlaubnis des Kongresses der Vereinigten Staaten , des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen und zweifellos ohne die Zustimmung der internationalen Gemeinschaft statt, die sich der Konfliktlösung durch gewaltfreie Wege verschrieben hat.

Diese Kriegsdrohung verletzt alle Standards des internationalen Rechtes.

Und noch wichtiger, sie verletzt das Grundrecht der irakischen Bevölkerung und aller Menschen, in Frieden und Sicherheit zu leben.

Dieser Aufruf zu einem neuen Krieg ist ein Affront gegen die Weltgemeinschaft und die Achtung des menschlichen Lebens. Er garantiert der Kriegmaschine sehr hohe Profiten auf Kosten von Tod und Leiden unzähliger Menschen in der Region des Nahen Ostens und in den Vereinigten Staaten. Er wird nicht durch den angegebenen Wunsch nach "Demokratie " im Irak, sondern durch die Gier eines Wirtschaftssystems motiviert, das angetrieben wird durch Profitgier und den Verbrauch und die Kontrolle über die natürlichen Ressourcen der ganzen Welt. Die Entwicklung alternativer Energiequellen, nicht Krieg, sollte eine hohe Priorität der US-Politiker sein.

Ein neuer Krieg gegen den Irak kann nicht und darf nicht geschehen. Und der Versöhnungsbund ruft die Weltgemeinschaft und alle die, die die Macht des Rechtes mehr achten als die Macht der Gewalt, auf, alles zu tun, was möglich ist, um sich dem Krieg und seiner Vorbereitung gewaltfrei entgegenzusetzen.

Anstelle von mehr US- Bomben und Raketen, die auf ihre Dörfer und Städte abgeworfen werden, glauben wir, dass die irakische Bevölkerung sauberes Wasser, Nahrung, Elektrizität, Medizin, Wohnungen und die Grundlagenversorgung eines zivilisierten Lebens benötigen: All das wird ihnen seit mehr als einer Dekade durch die Sanktionen verweigert.

Satt mit Krieg zu drohen, rufen wir die USA und die Vereinten Nationen auf, den Irak als vollständiges und gleichberechtigtes Mitglied der Weltgemeinschaft willkommen zu heißen, und die Jahre der ökonomischen Kriegsführung zu beenden , die die Bevölkerung des Iraks verkrüppelt haben, ohne eine sinnvolle Änderung in seiner Regierung herbeigeführt zu haben. Solch eine Änderung in der internationalen Politik muss innerhalb des Kontextes unseres anhaltenden Anrufs für Abrüstung in der Region des Nahen und Mittleren Ostens und weltweit stattfinden.

Und anstatt der Sicherheit, die auf Zwang und Einschüchterung basiert, ersuchen wir die verantwortungsbewussten Kräfte in der Regierung der Vereinigten Staaten, unsere gemeinsamen und kreativen Kräfte dafür einzusetzen, internationale Konflikte zu beheben, ohne Zuflucht zu nehmen zu massiver Gewalttätigkeit. Wir können uns der Beseitigung aller

Massenvernichtungswaffen im Irak -- seien sie real oder vorgestellt -- am besten versichern indem wir für Abrüstung im Bereich des gesamten Nahen und Mittleren Ostens sowie auch in unserem Land arbeiten.

Die Regierung der Vereinigten Staaten versteht sich als Regierung "durch und für die Bevölkerung". Die Bevölkerung muss folglich öffentlich aussprechen, sich organisieren und sich der Gewalttätigkeit eines erneuerten Krieges entgegensetzen. Und wir verlangen, dass unsere Ressourcen und unsere Kinder, weder der Gier der Konzerne noch der Maschinerie des Kriegsystems geopfert werden.

Krieg garantiert niemals den Abbau von Massenvernichtungswaffen an irgendeinem Ort in unserer Welt; in der Tat ist die Drohung des Krieges selbst eine Waffe der Zerstörung .

Nur wenn Drohungen ersetzt werden durch ehrliche und faire Verhandlungen und wenn Gewalt ersetzt wird durch Gewaltfreiheit, werden die Bevölkerungen des Irak und der USA in mehr Sicherheit, in Würde und in Harmonie miteinander und mit der Welt leben.

Weder können die Sicherheit der Vereinigten Staaten noch die Sicherheit des Irak durch Gewalt erhöht werden. Krieg ist nicht die Antwort. Wir müssen zusammen kommen im Geist der gewaltfreien Verwandlung um dafür zu sorgen, dass Krieg im neuen Jahrtausend aufhört, eine Möglichkeit zu sein.

Kontakt: Ibrahim Abdil-Mu'id Ramey (disarm@forusa.org), Hossein Alizadeh(iraq@forusa.org)

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Kirchenvertreter aus Großbritannien:

The Morality and Legality of a War against Iraq

A Christian Declaration

15. August 2002

September 11th, 2001 demonstrated the new threat posed to the international community by groups seeking to achieve their political ends through violence and terror, outside the framework of the nation-state. This is an urgent problem that calls for a far-sighted and effective response through the authority of United Nations and the processes of international law, bearing in mind that 'terrorism' lends itself to different interpretations in different contexts. We deplore any military action that regards the deaths of innocent men, women and children as a price worth paying in fighting terrorists, since this is to fight terror with terror. We call upon the world's leaders to seek a just and peaceful solution to the problem of terrorism by setting in place an international system of law supported by all states, including the United States of America, that would allow for the arrest and trial of terrorist agents in properly appointed courts of justice.

The so-called 'war on terrorism' is an act of political rhetoric that must be distinguished from a military campaign against a sovereign state. It cannot be used to justify an attack on Iraq, and any offensive planned to counteract the perceived threat posed by Iraqi weapons of mass destruction should not be represented as a war against terrorists. We are pleased to note that Prime Minister Tony Blair has assured Parliament that Britain will not support any military action against Iraq without the authority of the United Nations. With this in mind, we make the following observations concerning the morality and legality of any such proposed action.

Conflict resolution must seek to address the historical circumstances that create and perpetuate hostilities. Apart from the effects of having lived for a generation in states of war of various kinds and under the cruelty of their own government, the terrible toll exacted on Iraq's civilian population by a combination of UN sanctions and US/UK bombing (including the premature deaths of hundreds of thousands of children) has contributed to the devastation of Iraq's infrastructure. Denis Halliday, former UN Assistant Secretary General and Humanitarian Aid Co-ordinator for Iraq, resigned in October 1998 in protest against the continued use of sanctions. In his resignation speech he said, 'We are in the process of destroying an entire society. It is as simple and terrifying as that. It is illegal and immoral.' However necessary sanctions may be, both humanitarian measures and diplomatic overtures are needed if the Iraqi nation is to be reincorporated into the international community - even if its leaders must retain their current pariah status. International contacts often serve to weaken totalitarian regimes more than isolation. The people of Iraq must not be made to suffer further because they are living under a dictator who in his early years in power enjoyed the collusion and support of the western nations.

Christian reflection on the justice of going to war has always insisted that only duly constituted public authorities may initiate war. Since the signing of the UN Charter in June 1945, the only body with the authority to initiate military action is the United Nations Security Council, except in the case of self-defence when an armed attack has actually occurred against a sovereign state. Even then, the exception of self-defence, like all exceptions, is to be strictly construed. All signatories are bound by Article 2.4 of the Charter which says that 'all members shall refrain in their international relations from the threat or use of force ...' Today, in the light of the UN Charter, especially Articles 2 and 51, it is plain that

* the only circumstance under which a sovereign state might invoke the authority to go to war is when an armed attack occurs;

* even in self-defence, it may do so only 'until the Security Council has taken measures necessary to maintain international peace and security' (Article 51).

It follows that, however dangerous Iraq's mass destruction weapons programme is claimed to be (though the evidence has yet to be produced), there can be no justification for war by another state unless and until the Iraqi government itself launches an attack. Pre-emptive war by one state against another is not permitted by the UN Charter, no matter how much evidence there may be of a potential for violence. Short of actual attack, 'all Members shall settle their international disputes by peaceful means' (Article 2:3).

The above conditions must all be met when considering the possibility of a war against Iraq. They are based upon the traditional 'just war' requirements of Lawful Authority, Just Cause and Right Intention. They also illuminate the principle of Last Resort, given that the parties to a dispute 'shall first of all seek a solution by negotiation, enquiry, mediation, conciliation, arbitration, judicial settlement ... or other peaceful means' (Article 33:1).

Re-introducing UN Inspectors to Iraq must be a necessary early step in this process and the call for the return of UN inspectors to Iraq is a reasonable one, granted current allegations. As a sign of good faith, it would be helpful if those countries calling for the return of inspectors, especially the United States and Britain, were to open their own nuclear, chemical and bacteriological facilities to the same process of international inspection. The demands made on Iraq should be matched by the actions of the existing eight nuclear weapons states. Moreover, it is essential that these countries abide by their own legal obligations. In 1996, the International Court of Justice declared there to be an obligation on the nuclear weapon states to bring to a conclusion negotiations aimed at the abolition of such weapons, but to date Britain has done little to achieve this. Moreover, it is a matter of grave concern that Geoffrey Hoon, Britain's Secretary of State for Defence, has threatened the use of nuclear weapons against Iraq, if an attack with weapons of mass destruction were to be launched against British forces deployed in the region. The use of nuclear weapons would violate all accepted international standards concerning the conduct of war, and it would constitute an act of indiscriminate violence not only against Iraqi civilians but against future generations living in the Middle East.

It is our considered view that an attack on Iraq would be both immoral and illegal, and that eradicating the dangers posed by malevolent dictators and terrorists can be achieved only by tackling the root causes of the disputes themselves. It is deplorable that the world's most powerful nations continue to regard war and the threat of war as an acceptable instrument of foreign policy, in violation of the ethos of both the United Nations and Christian moral teaching. The way to peace does not lie through war but through the transformation of structures of injustice and of the politics of exclusion, and that is the cause to which the West should be devoting its technological, diplomatic and economic resources.

Teilweise Übersetzung ins Deutsche:

Gegen Moral und Recht - die Kriegspläne gegen den Irak

Der 11. September 2001 zeigte: Gruppen, die ihre politischen Ziele durch Gewalt und Terror verfolgen, setzen die internationale Gemeinschaft einer neuen Bedrohung aus. Das ist ein drängendes Problem; es erfordert eine weitsichtige und wirksame Antwort durch die Autorität der Vereinten Nationen und durch internationales Recht.

Wir beklagen jede militärische Handlung, die beim Kampf gegen Terroristen den Tod von unschuldigen Männern, Frauen und Kindern als akzeptablen Preis ansieht; denn dies hieße Terror mit Terror zu bekämpfen. Wir rufen die Führer der Welt auf, für das Problem des Terrorismus dadurch eine gerechte und friedvolle Lösung zu suchen, daß ein internationales Rechtssystem errichtet wird, das von allen Staaten unterstützt wird einschließlich den USA, und die erlaubt, Terroristen zu ergreifen und zu belangen, und zwar in dafür geeigneten Gerichtshöfen.

Der sogenannte "Krieg gegen den Terrorismus" ist ein Akt politischer Rhetorik. Er ist zu unterscheiden von einer militärischen Aktion gegen einen souveränen Staat. Er kann einen Angriff gegen den Irak nicht rechtfertigen.

Konfliktlösung muß versuchen, die historischen Bedingungen zu erfassen, die Feindseligkeiten schaffen und sie am Leben halten.

Denis Halliday, der frühere Stellvertretende Generalsekretär der UNO und Koordinator der humanitären Hilfe für den Irak, resignierte im Oktober 1998 im Protest gegen die fortdauernden Sanktionen. Er sagte damals: "Wir sind dabei, eine ganze Gesellschaft zu zerstören. So einfach wie schrecklich ist das. Es ist ungesetzlich und unmoralisch."

Dem irakischen Volk darf nicht weiteres Leid zugefügt werden, weil es unter einem Diktator lebt, der in den frühen Jahren seiner Macht sich des geheimen Einverständnisses und der Unterstützung westlicher Nationen erfreute.

Die Wiedereinführung von UN-Inspektoren in den Irak ist notwendig, so wird gesagt. Es wäre hilfreich als ein Zeichen guten Willens, wenn solche Länder, die nach der Rückkehr der Inspektoren rufen, speziell die USA und Britannien, bereit wären, ihr eigenes nukleares, chemisches und biologisches Instrumentarium für den Prozeß einer internationalen Inspektion zu öffnen. Die Forderungen an den Irak sollten angemessen erscheinen durch Taten der acht vorhandenen Nuklearstaaten.

Es ist unsere wohl erwogene Meinung, daß ein Angriff gegen den Irak unmoralisch und ungesetzlich wäre. Es ist sehr beklagenswert, daß die mächtigsten Staaten der Welt weiterhin Krieg und Kriegsandrohung als ein annehmbares Mittel der Außenpolitik betrachten und dadurch das Ethos sowohl der Vereinten Nationen als auch christlicher Lehre verletzen.Diese Erklärung, initiiert von pax christi, britische Sektion, und einigen Theologen, wurde von den bekanntesten Repräsentanten der Kirchen in Britannien unterschrieben und am 15. August 2002 der Regierung übergeben. Wir übersetzten Auszüge. Der volle Wortlaut ist in englisch und deutsch über das Sekretariat von Pax Christi in Bad Vilbel zu haben. (Pfr. Herbert Fröhlich)

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Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK):

 

Aufruf zum Friedensgebet

 

Der Vorstand der ACK hat auf seiner Sitzung am 21. Januar 2003 in einem Brief an die Mitglieds- und Gastkirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland zum Friedensgebet aufgerufen:

 

„Der drohende Krieg im Irak erfüllt uns alle mit tiefer Sorge. Viele unserer Mitgliedskirchen haben in öffentlichen Stellungnahmen dringend dazu aufgerufen, der Gefahr, die von dem Regime Saddam Husseins ausgeht, mit anderen Mitteln zu begegnen als mit einem Krieg, der vor allem unter der Zivilbevölkerung Opfer fordern wird und unkalkulierbare Risiken für die Lage im Nahen Osten und den Frieden in der Welt in sich birgt.

 

Angesichts der auf Hochtouren laufenden Vorbereitungen scheint allerdings der Krieg trotz weltweiter Proteste unabwendbar. Aber wir sind dieser Bedrohung nicht ohnmächtig ausgeliefert. Als Christen und Christinnen wissen wir um die Macht des Gebets. Wir sind dankbar dafür, dass schon an vielen Stellen für den Frieden gebetet wird. Wir ermutigen dazu, sich in den nächsten Tagen und Wochen zu ökumenischen Gebetstreffen zusammenzufinden und dazu auch Zeit und Ort schon bestehender Friedensgebete zu nutzen.

 

Wir rufen dazu auf, für den Frieden im Irak und die betroffenen Menschen zu beten, aber auch für die politisch Verantwortlichen, dass sie Wege finden, die zu bewältigenden Probleme ohne militärische Gewalt zu lösen. Hier wird auch der Ort sein, mit nicht nachlassender Treue um Versöhnung und Frieden für Israel und Palästina zu bitten. Unsere Welt braucht mehr denn je Beter und Beterinnen, die vor Gott für Gerechtigkeit und Frieden unter den Menschen einstehen.“

 

Frankfurt am Main, 21. Januar 2003

 

Der Vorstand der ACK (Ludolfusstraße 2-4, 60487 Frankfurt am Main, Tel. 069-24 70 27-0, Fax 069-24 70 27 -30

 

Bischof Dr. Walter Klaiber

           Vorsitzender

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Evangelische Kirche in Deutschland

Der Rat der EKD erklärt zum Irak-Konflikt:
"Beim heutigen Sachstand lehnen wir Angriff auf den Irak ab"
24. Januar 2003


"In großer Übereinstimmung mit den anderen christlichen Kirchen in
Deutschland und in der Welt lehnen wir beim gegenwärtigen Sachstand
aus ethischen wie aus völkerrechtlichen Gründen einen Angriff auf den
Irak ab. Wir fordern, dass den Vereinten Nationen alle nach wie vor
vorhandenen anderen Möglichkeiten belassen werden, das Ziel der
Entwaffnung des Irak zu verwirklichen und damit der Sicherheit und
Stabilität im Nahen und Mittleren Osten zu dienen.

Wir verkennen dabei nicht, dass die Politik Saddam Husseins, vor allem
sein - jedenfalls in der Vergangenheit unzweifelhaftes - Bestreben,
sich in den Besitz atomarer, chemischer und biologischer
Massenvernichtungswaffen zu bringen, und seine Weigerung, die
Forderungen der Vereinten Nationen in ihrer Gesamtheit zu erfüllen,
die Hauptwurzel des gegenwärtig sich zuspitzenden Konfliktes sind.

Evangelische Friedensethik lässt sich von dem Grundsatz leiten: "Krieg
soll nach Gottes Willen nicht sein." Jeder Krieg ist ein so großes
Übel, dass der Einsatz militärischer Gewalt von der Politik nur im
äußersten Notfall erwogen werden darf und auch dann noch unentrinnbar
mit Schuld verbunden bleibt. Jeder Krieg bringt Elend über viele
Unschuldige und erreicht oft nicht einmal die Ziele, um deretwillen er
geführt wird.

Selbst nach den Regeln des Völkerrechts wäre ein Angriff auf den Irak
derzeit nicht zu rechtfertigen. Die Charta der Vereinten Nationen
verpflichtet die Mitgliedstaaten dazu, ihre Konflikte friedlich
beizulegen. Auch die zwei eng definierten Ausnahmen von diesem
umfassenden Gewaltverbot sind nicht gegeben - weder der Fall des
Selbstverteidigungsrechts einzelner Staaten noch ein Beschluss der
Vereinten Nationen, nach Kapitel VII der Charta der Vereinten Nationen
militärisch vorzugehen. Erst recht kann ein Krieg allein zum Zwecke
des Regimewechsels in einem anderen Staat nicht in Frage kommen, und
schon gar nicht die willkürliche Ausweitung des nach dem Völkerrecht
äußerst eng begrenzten Begriffes der Prävention.

Ein Angriff auf das Regime Saddam Husseins würde jetzt alle anderen
Möglichkeiten der Vereinten Nationen zerschlagen, die Befolgung ihrer
Resolutionen zum Irak durchzusetzen - sei es durch diplomatischen
Druck, sei es durch die fortgesetzten Inspektionen, sei es durch die
Androhung direkten Zwangs. Wer jedoch von der Androhung zur Ausübung
militärischer Gewalt übergehen will, schuldet dem Weltsicherheitsrat
und der Weltöffentlichkeit den Nachweis, dass sämtliche anderen
Versuche, die Resolution der Vereinten Nationen durchzusetzen,
endgültig versagt haben. Das Ziel der Sicherheit und Stabilität in der
Region droht selbst dann durch einen Krieg außer Reichweite zu
geraten.

Vor allem aber: Ziel aller Politik - auch im Irak-Konflikt - muss der
gerechte Friede sein, nicht aber die Suche nach einem gerechten Krieg.
Für diesen gerechten Frieden beten Christen weltweit."

Hannover / Tutzing, 24. Januar 2003
Pressestelle der EKD
Christof Vetter

Beschluss der 9. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland
auf ihrer 7. Tagung zur Gefahr eines Angriffkrieges gegen den Irak

7. November 2002

Die Synode lehnt einen Angriff gegen den Irak mit dem Ziel, Saddam Hussein aus dem Amt zu drängen, ab. Sie macht sich damit die Erklärung des Rates der EKD vom 6. September 2002 (s. Anlage) zu eigen, darunter den dort unterstrichenen Grundsatz, dass die Anwendung militärischer Gewalt nur nach den Regeln des Völkerrechts erfolgen darf. Das Völkerrecht und ebenso das deutsche Verfassungs- wie Strafrecht verbieten jeden Angriffskrieg.

Die Synode verkennt nicht die Gefahren, die von Massenvernichtungswaffen in der Hand eines Regimes ausgehen, das bisher die entsprechenden UN-Resolutionen missachtet und solche Waffen in der Vergangenheit bereits eingesetzt hat.

Die Synode bekräftigt ihre bisherigen friedensethischen Aussagen, die sie zuletzt am 8. November 2001 in Amberg aktualisiert hat und erinnert insbesondere daran, dass militärische Gewalt nur dann angewendet werden darf, wenn gewährleistet ist, dass

"- ein solches Eingreifen im Rahmen und nach den Regeln der Vereinten Nationen erfolgt,

- die Politik im Rahmen des Schutzes oder der Wiederherstellung einer rechtlich verfassten Friedensordnung über klar angebbare Ziele einer Intervention verfügt,

- die an den Zielen gemessenen Erfolgsaussichten realistisch veranschlagt werden,

- von Anfang an bedacht wird, wie eine solche Intervention beendet werden kann.
Zu berücksichtigen ist bei einem solchen Einsatz militärischer Mittel weiterhin, ob solche Maßnahmen letztendlich den Aufbau und die Weiterentwicklung einer internationalen Rechtsordnung eher stärken oder schwächen."

Sie stellt sich an die Seite all der Kirchen in den Vereinigten Staaten von Amerika, die ihre Regierung nachdrücklich aufgefordert haben, von den Kriegsplänen gegen den Irak Abstand zu nehmen.

Wir beten für den Tag, an dem das irakische Volk in Frieden und Freiheit leben kann.

Die Synode bittet das Kirchenamt darum, diese Erklärung ins Englische zu übersetzen und den Partnerkirchen in den USA sowie den Kirchen im Irak zu übersenden.


Timmendorfer Strand, den 7. November 2002
Der Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland

Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland lehnt Angriff auf den Irak ausdrücklich ab

6. September 2002

Einen Angriff auf den Irak, um Saddam Hussein mit kriegerischen Maßnahmen aus seinem Amt zu drängen, lehnt der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ab. In der Sitzung an diesem Wochenende begrüßten es die Mitglieder des Rats, dass sich der Ratsvorsitzende, Präses Manfred Kock, in Interviews der letzten Wochen mehrfach gegen einen Angriff auf den Irak ausgesprochen hat: "Ein Krieg gegen den Irak - erst recht ohne UN-Mandat - wäre ein Rückschlag für alle Stabilitätsbemühungen im Mittleren Osten. Einen Krieg zu beginnen, nur um die irakische Regierung abzulösen, wäre eine Katastrophe." Der Rat bedauert, dass bei der Diskussion um die Situation im Irak und im Mittleren Osten derzeit ausschließlich militärische Optionen im Vordergrund stehen. Er weiß sich damit in Übereinstimmung mit Stimmen aus der Ökumene, auch mit kirchlichen Stellungnahmen aus Großbritannien und den USA.

Die Politik Saddam Husseins und sein Versuch, Massenvernichtungsmittel anzuhäufen, stellen ohne Frage ein großes Gefährdungspotential dar. Dennoch darf die Anwendung militärischer Gewalt nur nach den Regeln des Völkerrechts erfolgen, und der Einsatz deutscher Soldaten ist den Bestimmungen der Verfassung unterworfen.

Hannover, den 6. September 2002 Pressestelle der EKD

Zur Information: Dem Rat der EKD gehören für sechs Jahre 15 Mitglieder an, von denen 14 gemeinsam von Synode und Kirchenkonferenz gewählt werden; der Präses der Synode ist 15. Mitglied kraft seines Amtes. Der Rat leitet die EKD in allen Angelegenheiten, die nicht ausdrücklich anderen Organen vorbehalten sind. Insbesondere soll er für die Zusammenarbeit der kirchlichen Werke und Verbände in allen Bereichen sorgen, die evangelische Christenheit in der Öffentlichkeit vertreten und zu Fragen des religiösen und gesellschaftlichen Lebens Stellung nehmen. Weitere Informationen unter: www.ekd.de

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EKD-Ratsvorsitzender Kock warnt vor Krieg gegen den Irak

Pressemeldung

"Wir brauchen eine Achse des Friedens"

Düsseldorf (epd). Ein Angriff auf den Irak würde nach Einschätzung des EKD-Ratsvorsitzenden Manfred Kock einen Rückschlag für den gesamten Mittleren Osten bedeuten. "Einen Krieg zu beginnen, nur um die irakische Regierung abzulösen, wäre eine Katastrophe, vor allem für die irakische Bevölkerung", sagte der rheinische Präses in einem epd-Interview in Düsseldorf.

Zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 zog der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eine kritische Bilanz des Kampfes gegen den Terror. Ihm sei nicht klar, ob mit dem Militärschlag gegen Afghanistan die Kriegsziele erreicht worden seien, sagte er. Die Aktion habe dem Land "eine höchst ungewisse Ruhe verschafft". Zugleich kritisierte Kock, dass die für den Wiederaufbau zugesagte internationale Hilfe bisher nur zu einem Bruchteil in das Land geflossen sei.

Kock wandte sich gegen das von US-Präsident George W. Bush für den Anti-Terror-Kampf geprägte Wort von der "Achse des Bösen": "Wir brauchen eine Achse des Friedens, damit der Wagen dieser Welt nicht immer schneller auf die chaotische Gewalt eines globalen Kriegs zu rast." Er warnte davor, im Kampf gegen den Terror die Freiheit, die als verteidigenswert gelte, aufzugeben. "Eine maximale Sicherheit gegenüber dem Terrorismus gibt es nur in einem absoluten Polizeistaat, und den können wir nicht wollen", sagte Kock. "Deshalb müssen wir mit einem gewissen Risiko leben."

Die Terrorakte vom 11. September hätten sich gegen eine westliche Gesellschaft gerichtet, die mit "jüdisch-christlicher Religion" identifiziert werde, sagte der Ratsvorsitzende weiter. Deshalb sei nun ein "offener, tiefer Dialog der Kulturen" nötig. Ein "Kampf der Kulturen" führe dagegen immer weiter in die Abgründe der Gewalt. Dieser Dialog müsse Zusammenleben und Kooperation ermöglichen. "Dazu bedarf es einer realen Sicht des Islam, nicht einer beschönigenden."

In Deutschland hat sich in den vergangenen Monaten nach Einschätzung Kocks der Dialog zwischen Christen und Muslimen weiter entwickelt. Das Gespräch werde allerdings dadurch beeinträchtigt, "dass man beim Islam nicht genau weiß, wer eigentlich für wen spricht". In der Bevölkerung gebe es auch eine "gewisse Skepsis" darüber, ob der Islam in der Bundesrepublik auf Dauer friedlich bleibe, fügte der Ratsvorsitzende hinzu. Auch aus dem Kreis säkularisierter Muslime werde gewarnt, radikale Kräfte in ihrer Religion zu unterschätzen.

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Bischof warnt vor Irak-Krieg

Pressemeldung

Evangelischer Bischof Huber fordert "klare Position" der Kirche zu einem Militärschlag

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, Wolfgang Huber, hat sich gegen einen möglichen Krieg gegen den Irak ausgesprochen: "Diesen Krieg sollte es nicht geben", sagte der protestantische Oberhirte gegenüber der taz. Er glaube nicht, "dass es die legitime Aufgabe eines einzelnen Staates ist, mit Krieg die Regierungsverhältnisse in einem anderen Staat verändern zu wollen", betonte Huber. Wenn "aus Gründen des Rechts" ein Regierungswechsel in Bagdad notwendig sei, müsse die internationale Gemeinschaft tätig werden: "Das heißt, dann dürfte es nur ein Thema der UNO sein, nicht ein Thema der USA."

Alles, was man in Hinblick auf den Irak unternehme, dürfe nur "im Rahmen von Maßnahmen der Vereinten Nationen geschehen", warnte der Bischof. Das schließe zwar "militärische Maßnahmen nicht vollständig aus", so Huber: "Aber es schließt einen Krieg der Vereinigten Staaten von Amerika mit deutscher und anderer Unterstützung aus." Huber forderte zugleich die Evangelische Kirche in Deutschland auf, schon "im Vorhinein" eine "klare Position" zu dem möglichen Krieg zu formulieren. Unterdessen verschärfte sich die Diskussion um einen möglichen Irak-Krieg: Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) schloss erneut eine Beteiligung deutscher Soldaten kategorisch aus: "Das ist so", betonte er, "davon ist nichts abzustreichen." Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) ließ seine eigene Position zu dieser Frage weiter offen - und warf Schröder stattdessen vor, "Fragen zur Unzeit zu beantworten, die sich gar nicht stellen". Man müsse abwarten, was der Sicherheitsrat tun werde, und sich dann mit den europäischen Partnern abstimmen, betonte Stoiber. Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, erklärte, er könne sich eine Teilnahme deutscher Soldaten bei einer begrenzten Operation vorstellen. PHILIPP GESSLER

Quelle: taz Nr. 6824 vom 12.8.2002, Seite 9, 64 Zeilen (TAZ-Bericht), Philipp Gessler

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Evangelische Kirche in Hessen und Nassau

Gegen die Militarisierung der Politik

Darmstadt, 22. Februar 2002. Das Leitende Geistliche Amt hat ein Wort zur Passionszeit herausgegeben und in einem Brief der Bundesregierung sowie dem Botschafter der USA übermittelt. Darin äußert dieses höchste geistliche Gremium der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) seine Sorge über die zunehmende Militarisierung der Politik. Hier der Wortlaut:

Wort des Leitenden Geistlichen Amts zur Militarisierung der Politik

"Die Passions- und Fastenzeit ist in diesem Jahr überschattet von der Angst um militärische Eskalationen. Mit großer Sorge sehen wir, dass der Kampf gegen den Terrorismus in einen "Kreuzzug" gegen politisch missliebige Staaten umzuschlagen droht. Dafür sehen wir keine Rechtfertigung. Mit der Ankündigung des Präsidenten der USA, George Bush, weitere mögliche Kriegseinsätze zum Beispiel gegen den Irak zu planen, werden die nachhaltigen Bemühungen um zivile Konfliktlösungen erschwert oder gar unmöglich gemacht. Deshalb warnen wir davor, die Bekämpfung des Terrorismus, welche vorzüglich mit Mitteln des Rechts, der Politik und der Ökonomie geschehen soll, durch neue militärische Aktionen zu belasten. Sie können dazu führen, dass die jetzt bestehende weltweite Anti-Terror-Allianz auseinander bricht. Insbesondere würde ein Angriff auf den Irak die gesamte arabische Welt destabilisieren. Die Folgen für die Weltordnung wären unabsehbar.

Gute und Böse?

Die Passionszeit ruft uns Christen zur Buße auf. Der selbstkritische Blick fällt auf unsere eigenen Verstrickungen in die Unrechtsverhältnisse der Welt. Das gilt für jeden einzelnen, wie für unser Wirtschaftssystem, aber auch für alle anderen Gesellschaften und Staaten. Wir wissen, dass Menschen Gutes und Böses in sich tragen. Deshalb widersetzen wir uns allen Bestrebungen, die ganze Staaten in den Kategorien Gut und Böse einteilen wollen und daraus eine vorrangige Option für Gewalt ableiten.

Niemand ist allein Anwalt des Guten, deshalb unterstreichen wir nachhaltig das Wort des Evangelisten Matthäus: "Selig sind die Frieden stiften, denn sie sollen Gottes Kinder heißen."

In diesem Geiste fordern wir die politisch Verantwortlichen auf, alle Anstrengungen zu unternehmen den Terrorismus durch polizeiliche, diplomatische und politische Lösungen zu überwinden und nicht durch Androhung von Krieg neue Brandherde der Gewalt und des Hasses zu entzünden.

Maßnahmen gegen die Militarisierung der Politik

Wir unterstützen die vielfältigen Bemühungen um Deeskalation der gegenwärtigen Situation und bitten die Bundesregierung

1. sich nicht in einen weiteren Krieg verwickeln zu lassen;

2. im Falle einer Ausweitung der kriegerischen Handlungen die weitere militärische Unterstützung der Anti-Terror-Allianz zu verweigern und die deutschen Soldaten aus Kuwait und dem Horn von Afrika zurückzuholen;

3. die Autorität der Vereinten Nationen als Krisenmanagerin für internationale Konflikte zu stärken, in dem sie militärische Ressourcen nur in diesem Zusammenhang zur Verfügung stellt;

4. eine Anti-Armuts-Allianz zu initiieren, um dem Terrorismus einen Nährboden zu entziehen;

5. ihren Einfluss dahingehend geltend zu machen, die derzeitig international geplanten Mehraufwendungen für militärische Mittel in nichtmilitärische Konfliktlösungen zu investieren.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau verpflichtet sich, konkrete Formen der zivilen Konfliktbearbeitung zu unterstützen. Sie leistet ihren Beitrag im Kampf gegen die Armut und im Dialog mit anderen Religionen und Kulturen.

Gez. Prof. Dr. Peter Steinacker

Kirchenpräsident

________________________________________________________________ Pressemitteilung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg vom 23.1.2003

Sorge um Frieden in der Golf-Region

Württembergischer Bischof Maier warnt vor einem Krieg gegen den Irak

Mit grosser Sorge beobachtet der Bischof der Württembergischen Evangelischen Landeskirche, Gerhard Maier, die Kriegsvorbereitungen gegen den Irak.

Krieg, so Maier, müsse verhindert werden und sei ohne UN-Mandat nicht möglich. Es müssten andere Möglichkeiten gefunden werden, so Maier, um die Bedrohung des irakischen Machthabers zu überwinden.

Maier erinnert in diesem Zusammenhang an die ethnischen und religiösen Minderheiten, die auch von einem solchen Konflikt betroffen sind. Die christlichen Minderheiten, aber auch die Kurden, würden in der öffentlichen Diskussion viel zu oft vergessen, so der Bischof.

"Wir denken an die seit zwölf Jahren unter den Sanktionen leidende Bevölkerung. Diese Sanktionen können so nicht weitergeführt werden", so der württembergische Landesbischof.

Maier ruft dazu auf, für eine friedliche Lösung des Konfliktes zu beten. "Wir haben unsere Lektion aus der Vergangenheit gelernt und wollen früher begangene Fehler nicht wiederholen."

Klaus Rieth

Stuttgart, den 23.1.2003

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Deutsche katholische Bischofskonferenz

Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz zum Irak-Konflikt


Ein Präventivkrieg wäre sittlich unerlaubt


Das Ringen um Krieg und Frieden im Mittleren Osten geht weiter. Steht die Welt am Vorabend einer neuerlichen bewaffneten Auseinandersetzung oder werden doch noch Wege zu politischen Lösungen beschritten, um ein Blutvergießen zu vermeiden? Die politische Lage verändert sich von Tag zu Tag. In dieser Situation ist es wichtig, erneut ethische Prinzipien und christliche Optionen in Erinnerung zu rufen, wie wir sie in unserem Wort 'Gerechter Friede' dargelegt haben.
Wir wissen uns dabei in vollständiger Übereinstimmung mit dem Papst und mit der Kirche weltweit, deren Stimme in diesen Monaten der sich ständig weiter zuspitzenden Krise unüberhörbar ist. Dankbar stellen wir auch die Gemeinsamkeit mit den evangelischen Christen fest.
Erstens: Ein Staat, der mehrfach den Frieden mit den Nachbarländern gebrochen und dessen Regierung den brutalen Gewalteinsatz gegen die eigene Bevölkerung nicht gescheut hat, stellt ein Risiko für die internationale Ordnung dar, das die Weltgemeinschaft nicht ignorieren darf. Das gilt zumal, wenn das Regime erkennbar danach strebt, in den Besitz von Massenvernichtungswaffen zu gelangen. Wir bejahen deshalb das Bemühen der Vereinten Nationen, Druck auf den Irak auszuüben, um eine Produktion atomarer, biologischer und chemischer Waffen zu verhindern und die irakische Angriffsfähigkeit so weit wie möglich zu schwächen. Insoweit eine politische Strategie letztlich auf die Vermeidung eines Krieges zielen muss, kann dabei unter Umständen das Mittel der Drohung sittlich erlaubt sein; keinesfalls jedoch darf diese Politik in eine Eskalationslogik geraten, die einen Krieg am Ende unvermeidlich macht.
Zweitens: Krieg ist immer ein schwerwiegendes Übel. Er darf darum überhaupt nur im Falle eines Angriffs oder zur Abwehr schlimmster Menschheitsverbrechen, wie eines Völkermords, in Erwägung gezogen werden. Daher erfüllt es uns mit größter Sorge, dass das völkerrechtlich verankerte Verbot des Präventivkrieges in den letzten Monaten zunehmend in Frage gestellt wird. Es geht nicht um einen Präventivkrieg, sondern um Kriegsprävention! Eine Sicherheitsstrategie, die sich zum vorbeugenden Krieg bekennt, steht im Widerspruch zur katholischen Lehre und zum Völkerrecht. Darauf hat vor wenigen Tagen der Hl. Vater selbst mit allem Nachdruck hingewiesen: "Wie uns die Charta der Vereinten Nationen und das internationale Recht erinnern, kann man nur dann auf einen Krieg zurückgreifen, wenn es sich um das allerletzte Mittel handelt". Ein präventiver Krieg ist eine Aggression, und er kann nicht als gerechter Krieg zur Selbstverteidigung definiert werden. Denn das Recht auf Selbstverteidigung setzt einen tatsächlichen oder einen unmittelbar bevorstehenden Angriff voraus, jedoch nicht nur die Möglichkeit eines Angriffs. Der Krieg zur Gefahrenvorbeugung würde das völkerrechtliche Gewaltverbot aushöhlen, politische Instabilität fördern und letztlich das ganze internationale System der Staatengemeinschaft in seinen Grundfesten erschüttern.
Drittens: Bei der Entscheidung über einen Einsatz militärischer Mittel müssen die absehbaren Folgen stets in Betracht gezogen werden. Kann man daran zweifeln, dass ein Krieg gegen den Irak aller Wahrscheinlichkeit nach eine Unzahl von Toten und Verwundeten, von Flüchtlingen und um ihre Existenz Gebrachten mit sich bringen würde? Auch drohen dann schwerste politische Verwerfungen im gesamten Nahen und Mittleren Osten, die die Erfolge der internationalen Allianz gegen den Terror gefährden. Fanatische islamische Fundamentalisten würden bei einem Krieg gegen den Irak möglicherweise überall in der Region an Einfluss gewinnen, und die jetzt schon starken Vorbehalte in der arabischen und muslimischen Welt gegen den Westen drohen sich weiter zu vertiefen. Werden nach einem Krieg die Aussichten auf Frieden, Stabilität und den Schutz der Menschenrechte in der Region verbessert?
Daher fordern wir alle Verantwortlichen auf, das in ihrer Macht Stehende zu tun, einen Krieg im Irak zu verhindern und - mit den Worten von Papst Johannes Paul II. - "das unheilvolle Flackern eines Konflikts, der mit dem Einsatz aller vermeidbar ist, auszulöschen". Niemandem sind in dieser Stunde Resignation oder ein taktierender Opportunismus erlaubt, der sich mit dem scheinbar unaufhaltsamen Lauf der Dinge arrangiert.
Ausdrücklich weisen wir darauf hin, dass die Weltgemeinschaft sich keineswegs zur Tatenlosigkeit verurteilt, indem sie die Option des Krieges zurückweist. Der Druck auf das Regime des Diktators Saddam Hussein und eine Politik der strikten Eindämmung seiner militärischen Handlungsfreiheit sind weiterhin erforderlich.
Wir rufen alle Gläubigen auf, in diesen Tagen und Wochen im Gebet für den Frieden nicht nachzulassen. Im Gebet wenden wir uns an Christus, der die Friedensstifter selig gepriesen hat.
Würzburg, den 20.01.2003

 

Auszug aus dem Pressebericht zum Abschluss der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz von Freitag, 27.9.2002

VI. Weltkirchliche Fragen

1. Zur Situation im Mittleren Osten: "Kriegsverhütung und Abrüstung müssen Ziele der Irak-Politik bleiben"

Ausführlich haben wir uns mit der politischen Entwicklung während der vergangenen Wochen zum Krisengebiet Irak befasst. Wir wissen, dass sich der irakische Diktator Saddam Hussein seit 1998 weigert, den völkerrechtlich verbindlichen Resolutionen des Weltsicherheitsrates Folge zu leisten. Die Weltöffentlichkeit kann sich deshalb kein genaues Bild über die vermutete Produktion von Massenvernichtungswaffen im Irak machen. Diese Situation rechtfertigt ein entschiedenes Vorgehen der Staatengemeinschaft. Sie darf einem Gewaltherrscher wie Saddam Hussein bei etwaigen Aufrüstungsplänen mit atomaren, biologischen und chemischen Waffen nicht freie Hand lassen, und die Vereinten Nationen stehen in der Pflicht, ihren eigenen Beschlüssen Geltung zu verschaffen. Es ist deshalb zu begrüßen, dass der Irak wieder auf die Tagesordnung des Weltsicherheitsrates zurückgekehrt ist.

Als Bischöfe wollen wir uns jedoch nicht den Tagesaktualitäten zuwenden, die sich ständig verändern. Wohl aber sehen wir uns in der Pflicht, an einige Grundsätze der katholischen Friedensethik zu erinnern, wie wir sie in unserem Friedenswort "Gerechter Friede" niedergelegt haben.

1. Der Krieg ist eines der schwerwiegendsten Übel und darf daher niemals zu einem gleichsam "normalen" Mittel der internationalen Politik werden. Nach katholischer Lehre kann die Anwendung von Gewalt überhaupt nur ethisch verantwortbar sein, wenn einem bewaffneten Angriff, einem Genozid oder dauerhaften und schwersten Menschenrechtsverletzungen anders nicht wirksam begegnet werden kann. Auch muss der militärische Einsatz Bestandteil eines umfassenden politischen Handlungskonzeptes sein, das die Herbeiführung eines gerechten Friedens zum Ziel hat. Die Beanspruchung eines Rechts zum "Präventivkrieg", der auf Verdacht und Vermutung hin erklärt würde, ist nicht zulässig.

2. Die Rückkehr der Waffeninspektoren und die Zerstörung möglicher Massenvernichtungswaffen im Irak sind legitime Ziele der internationalen Gemeinschaft. Gemäß dem Völkerrecht stellt hingegen der Sturz einer von der Staatengemeinschaft anerkannten Regierung keinen Grund dar, der es rechtfertigen könnte, einen Krieg zu beginnen. Diesen Grundsatz zu verletzen oder zu unterlaufen bedeutete eine Infragestellung des völkerrechtlichen Gewaltverbots, das für die Stabilität des internationalen Staatensystems von zentraler Bedeutung ist.

3. Alle Maßnahmen zur Durchsetzung der UNO-Resolutionen müssen von der legitimen völkerrechtlichen Autorität beschlossen werden. Alle Länder sind verpflichtet, die Entscheidungen der zuständigen Organe auch dann zu respektieren, wenn sie ihren eigenen Vorstellungen zuwiderlaufen.

4. Bei der Entscheidung über einen möglichen Einsatz militärischer Mittel müssen stets auch die absehbaren unerwünschten Folgen berücksichtigt werden. Wir fragen daher: Würde ein Krieg gegen den Irak nicht aller Wahrscheinlichkeit nach eine Unzahl von zivilen Opfern fordern? Und droht er nicht, schwerwiegende politische Verwerfungen im gesamten Nahen und Mittleren Osten nach sich zu ziehen und die Ablehnung des Westens in der arabischen und muslimischen Welt zu vertiefen?

Vor diesem Hintergrund drängen wir nachdrücklich darauf, einen Krieg im Irak zu vermeiden. Die Politik des Drucks, der auf das Regime des Saddam Hussein ausgeübt werden muss, darf nicht so angelegt sein, dass sie unvermeidlich in einem Krieg endet. Gerade für den Nahen Osten gilt: Nicht die Vermehrung der Gewalt ist das Gebot der Stunde, sondern die Unterbrechung der Kette der Gewalt. Nur wenn alle Völker der Region den Eindruck gewinnen, dass ihre Interessen in den Machtzentren der internationalen Politik ernsthaft berücksichtigt werden, kann jenes Vertrauen wachsen, ohne das es keinen Frieden gibt.

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Deutsche Kommission Iustitia et Pax

Iustitia et Pax gegen militärisches Vorgehen im Irak

In einer einstimmig verabschiedeten Erklärung spricht sich die Deutsche Kommission Justitia et Pax entschieden gegen ein immer wahrscheinlicher werdendes militärisches Vorgehen gegen den Irak aus. Im Anschluss an das Friedenswort der Deutschen Bischöfe "Gerechter Friede" wird zwar die Sorge der Vereinigten Staaten vor einer Aufrüstung des Irak mit Massenvernichtungsmitteln geteilt. Doch bestünden erhebliche Zweifel, ob der Irak tatsächlich mit dem für den 11.09. verantwortlichen Terroristennetzwerk kooperiere. Vor allem aber seien die politischen Mittel für eine Konfliktlösung noch nicht ausgeschöpft. Daher ist nach den Worten der Erklärung ein militärisches Vorgehen derzeit in keiner Weise gerechtfertigt.

Außerdem wird auf die leidgeprüfte Zivilbevölkerung im Irak verwiesen und vor der Gefahr einer Verwendung von Massenvernichtungswaffen im Zuge einer gewaltsamen Eskalation gewarnt. Sollte es im Zuge einer Auseinandersetzung zum ersten Mal nach 1945 zu einem Einsatz von Atomwaffen kommen, so bedeute dies eine beispiellose politische und humanitäre Katastrophe. Auch ohne eine solche Eskalation stehe jedoch zu befürchten, dass durch einen weiteren Krieg mit Irak die Spannungen zwischen den Ländern des Westens und der muslimischen Welt noch verschärft würden.

Zu fordern sei deswegen zunächst die Wiederzulassung effektiver Rüstungskontrollinspektionen durch die Vereinten Nationen im Irak. Die seit Jahren in Kraft befindlichen Embargomaßnahmen gegen das Land müssten in einer Weise modifiziert werden, dass die Zivilbevölkerung nicht unter deren Auswirkungen zu leiden hat. Alle gegen das Land beabsichtigten Entscheidungen müssen in enger Abstimmung und Zusammenarbeit innerhalb der Vereinten Nationen geschehen.

Bezüglich Afghanistan wird in der Erklärung auf die fortbestehenden Sicherheitsprobleme im Innern verwiesen und eine möglichst baldige Entfernung und Vernichtung der umfangreichen Bestände an Kleinwaffen sowie die Räumung von Streubomben und Minen gefordert. Bezüglich der im Gewahrsam der Amerikaner und ihrer Verbündeten befindlichen Gefangenen wird zudem ist auf die dringliche Pflicht hingewiesen, diese in strikter Weise gemäß menschenrechtlichen Erfordernissen zu behandeln. Der Kampf gegen den internationalen Terrorismus werde an Glaubwürdigkeit verlieren, wenn er dazu führe, die menschenrechtlichen Standards immer weiter auszuhöhlen.

Wie bereits im Friedenswort der Deutschen Bischöfe wird auch in der jetzt verabschiedeten Erklärung auf die enge Verbindung von Frieden und Entwicklung hingewiesen: Entscheidend, so muss aus Sicht der Kirche unterstrichen werden, ist es, die Prozesse der Globalisierung in verantwortlicher Weise so zu gestalten, dass politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, unter denen nachhaltige Entwicklung gelingen kann.

Die Erklärung im Wortlaut:

Keine weitere Eskalation der Gewalt!

Seit Beginn dieses Jahres mehren sich die Anzeichen dafür, dass es im Zuge aktueller Planungen und Maßnahmen, die der Bekämpfung des internationalen Terrorismus dienen sollen, zu einer weiteren militärischen Konfrontation mit dem Irak kommen könnte. Noch scheint der politische Entscheidungsprozeß, der einer solchen Entwicklung zugrunde läge, nicht abgeschlossen. Bei den mit den Vereinigten Staaten verbündeten Nationen, aber auch in den USA selbst dauern die Kontroversen darüber an, welches Vorgehen in nächster Zukunft geraten ist und von welchen Schritten Abstand genommen werden sollte.

Die Deutsche Kommission Justitia et Pax hält es für geboten, ihre Position in dieser Diskussion zu bestimmen und sie gegenüber den politisch Verantwortlichen zur Geltung zu bringen. Sie tut dies in Übereinstimmung mit dem Wort der deutschen Bischöfe "Gerechter Friede" vom September 2000, in welchem es an zentraler Stelle heißt: "Wer eine friedlichere Welt will, muss die tiefliegenden Ursachen des Krieges bekämpfen. Aus der Perspektive des gerechten Friedens bedeutet das, durch eine Politik der Gewaltvorbeugung Gewaltverhältnisse auszutrocknen, die stets neue Gewalt provozieren und produzieren" (Nr. 60).

Wir teilen die Sorge der Vereinigten Staaten vor einer unkontrollierten Aufrüstung des Irak mit chemischen, biologischen oder nuklearen Massenvernichtungsmitteln und einer Trägertechnologie, mit der solche Waffen auch über größere Entfernungen eingesetzt werden könnten. Ebenso sind wir uns des Risikos bewusst, dass Massenvernichtungsmittel in die Hände von Terroristen gelangen und zu verheerenden Anschlägen verwendet werden könnten.

Dennoch sprechen wir uns mit Entschiedenheit gegen ein militärisches Vorgehen gegen den Irak aus. Nach wie vor bestehen substanzielle Zweifel daran, ob der Irak tatsächlich mit jenen Terroristen kooperiert und sie begünstigt, vor denen die internationale Gemeinschaft sich zu schützen sucht. Vor allem aber kann den genannten Gefährdungen noch immer mit politischen Mitteln angemessen begegnet werden; eine Situation, in der neuerliche Gewaltanwendung als einziges erfolgversprechendes Mittel in Betracht zu ziehen wäre, besteht derzeit nicht. Die Politik ist es nicht zuletzt den in den aktuellen Krisengebieten stationierten Soldaten schuldig, die gegebenen Spielräume für eine gewaltvermeidende politische Lösung tatsächlich auszuschöpfen und sie vor einer Situation zu bewahren, in der sie sich hinsichtlich des von ihnen verlangten Gehorsams vor schwerwiegende Gewissensfragen gestellt sehen müssten. Gerade die wahrscheinlichen Folgen einer militärischen Auseinandersetzung großen Ausmaßes lassen nur den Schluss zu, dass alle Anstrengungen unternommen werden müssen, die Gefahr einer weiteren Eskalation der Gewalt abzuwenden.

Unsere besondere Sorge gilt der leidgeprüften Zivilbevölkerung im Irak, die durch eine kriegerische Konfrontation eine weitere Verschlimmerung ihrer Lage erfahren würde - noch über die hohe Zahl der Opfer hinaus, die ausgedehnte Kampfhandlungen ohnehin fordern dürften. Die humanitäre Situation im Irak ist seit Jahren alarmierend, und es muss alles dafür getan werden, dass sie nicht noch weiter zugespitzt wird. In großer Sorge sind wir jedoch ebenso wegen der Menschen in den übrigen Staaten der Region, insbesondere in Israel, die von einem Einsatz von Massenvernichtungsmitteln durch den Irak betroffen wären und nur unzureichend hiergegen geschützt werden könnten. Die reale Gefahr einer Verwendung derartiger Waffen durch den Irak wird von keinem politisch oder militärisch Verantwortlichen in Abrede gestellt. Ferner sind die möglichen Reaktionen der Nachbarstaaten auf eine solche Kriegführung mit zu bedenken. Es wäre eine beispiellose politische wie humanitäre Katastrophe, wenn ein Krieg mit dem Irak darin endete, dass zum ersten Mal nach 1945 mit dem Einsatz von Atomwaffen nicht mehr nur gedroht, sondern dieser tatsächlich vollzogen würde.

Auch ohne eine solche Eskalation wären die politischen Konsequenzen eines militärischen Vorgehens gegen den Irak überaus prekär. Viele befürchten, es könnte als neuerlicher Beleg dafür angesehen werden, dass der Konflikt mit Irak letztlich auf eine weitaus umfassendere Konfrontation zwischen westlicher und muslimischer Welt, ja auf fortwirkendes westliches Dominanzstreben zurückgeführt werden muss. Daher droht selbst eine möglicherweise militärisch erfolgreiche Aktion zur Erhöhung der internationalen Spannungen beizutragen und solchen Wahrnehmungsweisen von Politik zusätzliche Plausibilität zu verleihen, die in weiteren Bemühungen um die Erhaltung des Friedens nur das Hinauszögern eines unvermeidlichen Zusammenstoßes der Kulturen zu erbliken meinen. Dann aber wäre die Wirkung des gewählten militärischen Handelns in friedenspolitischer Hinsicht kontraproduktiv.

Um solchen Entwicklungen zuvorzukommen, gilt es auf die Regierung des Irak mit dem Ziel einzuwirken, dass die Rüstungskontrollinspektionen der Vereinten Nationen im Land wieder aufgenommen werden können. Nur Kontrollen, deren Wirksamkeit außer Zweifel steht, können verhindern, dass politische Bemühungen zur Beilegung des Konflikts und zur Vermeidung weiterer Gewalt letztendlich scheitern. Die Inspektionen der Vereinten Nationen, die bis Ende 1998 im Irak stattfanden, haben nachweislich zu einer weitgehenden - wenn auch offenbar nicht vollständigen - Abrüstung des Landes insbesondere im besonders sensitiven Bereich der Nukleartechnologie sowie der Bestände von C- und B-Waffen beigetragen.

Überhaupt sollte die Formulierung der aktuellen Politik gegenüber Irak in enger Abstimmung bzw. Zusammenarbeit innerhalb der Vereinten Nationen erfolgen. Deren bisherige Beschlußfassung ermöglicht es grundsätzlich, so vorzugehen, dass ein großer politischer Konflikt mit der arabisch-muslimischen Welt vermieden werden kann. Für die politische wie völkerrechtliche Legitimität und damit für die Akzeptanz der Irakpolitik ist es von ausschlaggebender Bedeutung, den innerhalb der Vereinten Nationen erzielbaren Konsens nicht zu verlassen. Insbesondere wäre jedwedes gewaltförmige Vorgehen "an das geltende Friedenssicherungsrecht und die dort festgelegten Verfahren gebunden" (Gerechter Friede, Nr. 154), die sicherstellen sollen, dass solche Maßnahmen mit Rücksicht auf das Wohl der gesamten Völkergemeinschaft und durch autorisierte internationale Gremien beschlossen werden.

Zugleich gilt es die seit Jahren in Kraft befindlichen Embargomaßnahmen gegen Irak so zu modifizieren, daß nicht wie bisher in erster Linie die Zivilbevölkerung unter dessen Auswirkungen zu leiden hat. Den Verhandlungen am Sitz der Vereinten Nationen im Lauf der nächsten Monate kommt daher besondere Bedeutung zu - in sicherheitspolitischer, vor allem jedoch in humanitärer Hinsicht. Die Hauptverantwortung für das Leiden der Bevölkerung trägt zwar fraglos die Regierung des Irak selbst. Dennoch muß ein verändertes Sanktionsregime der Vereinten Nationen die Gefahr weiterer Schädigungen für die Menschen auf ein Minimum reduzieren. Hierin liegt eine zentrale Herausforderung für jede Politik, die durch politischen oder wirtschaftlichen Druck die Anwendung militärischer Gewalt vermeiden will: Sie muß die gegebene Bedrohung spürbar vermindern, jedoch zielgerichtet gegen diejenigen, von denen diese Bedrohung ausgeht, nicht mit den Mitteln eines umfassenden Embargos, das nur allzu oft auf eine Gefährdung der Lebensgrundlagen der Zivilbevölkerung hinausläuft. Embargomaßnahmen, die speziell gegen die Möglichkeiten einer destabilisierenden Wiederaufrüstung im Irak wirksam sind, können eine Alternative für den Fall bieten, dass eine völlige Aufhebung der Sanktionen bis auf weiteres nicht für vertretbar gehalten wird. Aufmerksamkeit muß zudem der Frage gelten, ob Nachbarstaaten, deren wirtschaftliche Entwicklung durch Embargofolgen empfindlich getroffen würde, eine finanzielle bzw. handelspolitische Kompensation geleistet werden sollte. Auch dies könnte dazu beitragen, dass die Sanktionen nicht unterlaufen und damit ihre sicherheitspolitischen Wirkungen geschwächt würden.

Über die krisenhafte Zuspitzung im Hinblick auf den Irak darf die Situation in Afghanistan nicht in Vergessenheit geraten. Dringlich sind hier einerseits Maßnahmen zu einem zügigen Wiederaufbau des Landes, vor allem zur Errichtung einer effizienten Infrastruktur. Diese hat die grundlegende Versorgung der Bevölkerung landesweit ebenso zu garantieren, wie sie deren Vertrauen in neuerrichtete rechtliche und administrative Strukturen erhöhen muß. Dringlich ist jedoch nicht minder die Lösung fortdauernder Sicherheitsprobleme, vor allem außerhalb des Raumes um die Hauptstadt Kabul. Fortgesetzte Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Truppenführern in Afghanistan können den durchaus fragilen Friedensprozess noch zusätzlich destabilisieren. Um dieser gefährlichen Situation dauerhaft abzuhelfen, bedarf es jetzt der Entfernung und Vernichtung der im Land verfügbaren umfangreichen Bestände an Kleinwaffen sowie der Räumung von Minen und von abgeworfenen Streubomben, damit der alltäglichen Terrorisierung der Bevölkerung der Boden entzogen wird. Die gegen im Land verbliebene Taliban bzw. Al-Qaida-Mitglieder gerichteten Kampfhandlungen müssen baldmöglichst beendet werden, zumal zu befürchten ist, dass diese immer weitere zivile Opfer fordern.

Wir appellieren an die amerikanische Regierung und ihre Verbündeten, dafür Sorge zu tragen, dass die Menschenrechte der in ihrem Gewahrsam befindlichen Gefangenen geachtet und geschützt werden. Der Kampf gegen den internationalen Terrorismus würde politisch und moralisch an Glaubwürdigkeit verlieren, wenn er dazu führte, jene elementaren rechtlichen Standards immer weiter auszuhöhlen. Denn in ihnen manifestiert sich eine Werteordnung, die gegen jede Form einer gegen sie gerichteten Gewaltpolitik verteidigt zu werden verdient. Es wäre eine verhängnisvolle Entwicklung, wenn der Kampf gegen den Terrorismus zu Maßnahmen führte, angesichts derer die zentrale Begründung für diesen Kampf: die Verteidigung einer menschenrechtsfreundlichen politischen Ordnung, mit dem Hinweis auf von den Verteidigern selbst begangene Menschenrechtsverletzungen zurückgewiesen werden könnte.

Das Friedenswort der deutschen Bischöfe stellt fest: "Eine Welt, in der den meisten Menschen vorenthalten wird, was ein menschenwürdiges Leben ausmacht, ist nicht zukunftsfähig. Sie steckt auch dann voller Gewalt, wenn es keinen Krieg gibt. Verhältnisse fortdauernder schwerer Ungerechtigkeit sind in sich gewaltgeladen und gewaltträchtig" (Gerechter Friede, Nr. 59). Wir greifen diese Mahnung auf und betonen den integralen Zusammenhang zwischen einer Politik der Gewaltvorbeugung und dem Einsatz für mehr Gerechtigkeit, vor allem für eine nachhaltige Bekämpfung weitverbreiteter Armut und Perspektivlosigkeit. Denn vielfach sind solche Verhältnisse nicht nur schwerstes Unrecht an den Armen, sondern können schließlich selbst Gewaltanwendung als verzweifeltes Mittel der Abhilfe erscheinen lassen. Mehr Gerechtigkeit nicht nur in bestehenden Nationalstaaten, sondern auch im internationalen Bereich ist jedoch nicht allein durch materielle Entwicklungshilfe zu erreichen. Der in Monterrey soeben erzielte Konsens unterstreicht vielmehr, wie wichtig es ist, politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen herbeizuführen, unter denen nachhaltige Entwicklung gelingen kann. Eine verantwortliche Steuerung von Globalisierungsprozessen erweist sich deswegen als immer dringlicher - auch unter dem Gesichtspunkt wirksamer Vorbeugung gegen alte und neue Formen von Gewalt.

Herausgeber: Deutsche Kommission Justitia et Pax, Geschäftsstelle, Kaiser-Friedrich-Str. 9, 53113 Bonn

Trägerorganisationen der Deutschen Kommission Justitia et Pax sind die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Die Deutsche Kommission Justitia et Pax hat den Auftrag, einen kirchlichen Beitrag zur Entwicklungs-, Friedens- und Menschenrechtspolitik zu leisten.

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Pax Christi Deutschland

Völkerrecht statt Bomben

pax christi schließt sich den weltweiten Protesten und insbesondere den vielen christlichen Stimmen in den USA sowie in Großbritannien gegen einen drohenden Krieg an und bekräftigt sein früher bereits geäußertes Nein zu einem Krieg gegen den Irak. Wir fordern alle friedenswilligen Menschen zum Widerstand gegen den bevorstehenden Krieg auf. Opfer eines Krieges ist zuerst und vor allem die Zivilbevölkerung. Die Menschen im Irak leiden bis heute an den Folgen des Krieges von 1991, der politischen Unterdrückung durch das Bath-Regime und an den Folgen eines unverhältnismäßigen UN-Embargos. Ein erneuter Krieg fügt so der Not leidenden Bevölkerung neues Unheil zu. Er vergrößert die Gefahr eines regionalen Krieges, in dessen Folge Atombomben und Massenvernichtungsmittel zum Einsatz gelangen können. Auch die technologisch hochwertigen Raketen der US-amerikanischen Armee werden nicht verhindern können, dass im Falle eines Angriffs der Irak seine Waffen zum Gegenschlag auf Israel einsetzen wird. Diese Ausweitung des Nahost-Konfliktes bedeutet gleichfalls die unmittelbare Gefahr einer Vertreibung der Palästinenser. Sie wird zu einem kriegerischen Flächenbrand in der Region beitragen mit nicht vorhersehbaren Folgen für den Weltfrieden.

Nach wochenlangem diplomatischen Ringen auf Ebene der Vereinten Nationen ist nun absehbar, dass der Sicherheitsrat in der Irak-Frage eine Resolution verabschieden wird, die zu einer nicht-militärischen Lösung des Konflikts aufruft. Trotz der deutlichen Stärkung diplomatischer Aktivitäten ist aber die Gefahr eines Krieges am Golf nicht gebannt. Die UN-Resolution verweigert den USA zwar eine Ermächtigung zum Krieg gegen den Irak, sie kann aber nicht ausschließen, dass die Regierung in Washington im Alleingang einen militärischen Schlag gegen den Irak führt.

pax christi ist sich der Gefahr bewusst, die von Massenvernichtungswaffen und Fernlenkraketen in den Händen diktatorischer Regime ausgeht. Diese Gefahr wird aber nicht durch Militärschläge gebannt, sondern kann nur durch eine international verantwortete Rüstungskontrolle und eine weltweite Ächtung aller ABC-Waffen wirksam bekämpft werden. Aktuell sind unter Führung der Vereinten Nationen Waffeninspektoren in den Irak zu entsenden. Deren Ergebnisse bieten die Möglichkeit, unter Wahrung des Völkerrechts zu einer wirksamen Begrenzung des Waffenarsenals des irakischen Regimes zu kommen.

Das hartnäckige Festhalten der US-amerikanische Regierung an einem militärischen Schlag deutet deshalb daraufhin, dass es der Bush-Administration vor allem auch um die Behauptung geo-strategischer Interessen in der Region mit den weltweit größten Ölreserven geht. Die Hinweise verdichten sich, dass ebenfalls auch militärische Maßnahmen gegen den Iran geplant sind. Allen derartigen einseitigen machtpolitischen Strategien ist durch die internationale Staatengemeinschaft eine deutliche Absage zu erteilen. Frieden kann es in der Region nur geben, wenn die Interessen der Erdölförderländer mit denen der Industrienationen einvernehmlich gelöst werden können. Hierzu zählt auch der Aufbau regenerativer Energien in den hochtechnisierten Ländern.

pax christi begrüßt daher die Haltung der Bundesregierung gegen einen Krieg am Golf und sieht darin keine Beschädigung des deutsch amerikanischen Verhältnisses. Im Gegenteil: Das Erstarken der US-amerikanischen Friedensbewegung und ihre wachsende internationale Resonanz verdeutlichen, dass ein politischer Meinungsumschwung in den USA eingetreten ist und dass es gelingen kann, die Kräfte des Friedens auch innerhalb der transatlantischen Gemeinschaft so zu stärken, dass der bevorstehende Krieg und weiteres Unheil verhindert werden können.

Im Sinne einer politischen Lösung der Irak-Frage fordert pax christi die Bundesregierung deshalb auf, an der vor der Bundestagswahl eingenommene Haltung gegen einen Krieg festzuhalten, die ABC-Spürpanzer der Bundeswehr aus Kuwait abzuziehen und allen Überlegungen zur logistischen und finanziellen Unterstützung eines US-amerikanischen Waffenganges gegen den Irak eine Absage zu erteilen.

pax christi-Delegiertenversammlung Mainz, 3. November 2002

 

Pax Christi Deutschland

Kein Krieg gegen den Irak!

Erklärung des Geschäftsführenden Vorstandes von pax christi

Ein Krieg gegen den Irak vergrößert das Leid der Bevölkerung und gefährdet den Weltfrieden.

Seit Wochen verunsichern Mitglieder der US-amerikanischen Regierung auch die deutsche Öffentlichkeit: mit widersprüchlichen und teilweise bedrohlichen Ankündigungen, wie die Bekämpfung des internationalen Terrors fortgesetzt werden solle. Vor allem der Irak erscheint im Visier der US-Regierung. Zuletzt bei der Trauerfeier für die Opfer des 11. September in New York hat George W. Bush sein Volk auf einen Krieg gegen dieses Land eingeschworen, erneut mit dem ungeheuerlichen Begriff von der "Achse des Bösen"; gleichzeitig wird den Verbündeten immer wieder versichert, es gebe keine konkreten Vorbereitungen für kriegerische Angriffe.

In dieser gefährlichen Situation appelliert pax christi an die Bundesregierung, allen Überlegungen zu einer kriegerischen Auseinandersetzung mit dem Irak entgegenzuwirken. Insbesondere fordert pax christi von der deutschen Regierung:

Die Bundesregierung darf den Vereinigten Staaten keinerlei Bereitschaft signalisieren, Kriegshandlungen gegen den Irak zu unterstützen. Vielmehr muss sie alles in ihrer Macht Stehende tun, um weitere Kriege zu verhindern, die mit Terrorbekämpfung begründet werden.

pax christi verurteilt solche unverhältnismäßige Gewalt, die unabsehbar viele zivile Opfer fordert, unverantwortliche Risiken birgt und oftmals verdeckten Interessen folgt.

Die Bundesregierung muss sich stattdessen verstärkt für die Zulassung neutraler Waffeninspektoren im Irak einsetzen.

pax christi sieht die Gefahr, die durch Massenvernichtungswaffen und Fernlenkraketen in der Hand eines undemokratischen Regimes in dieser krisenhaften Region droht. Diese Gefahr wird aber nicht durch Militärschläge gebannt, sondern am ehesten durch eine akzeptierte, weil international verantwortete Rüstungskontrolle - und langfristig durch eine weltweite Ächtung aller ABC-Waffen.

Die Bundesregierung muss sich für eine gezielte Aufhebung des Embargos gegen den Irak einsetzen.

pax christi sieht die verheerenden Folgen dieses Embargos für die Zivilbevölkerung, das in der Konsequenz Saddam Husseins Position eher gestärkt hat. Es muss jetzt darum gehen, Maßnahmen zu erwirken, die das Leben der irakischen Bevölkerung erleichtern. So können Hass und Feindseligkeit gegenüber der westlichen Welt abgebaut werden.

Die Bundesregierung sollte in diesem Sinne Initiativen ergreifen, um der UNO ein Verhandlungsmandat für den Irak zu erteilen.

pax christi ist der Auffassung, dass die realen Probleme in der Golfregion politisch gelöst werden müssen. Ein Einsatz der UNO könnte Bemühungen fördern, die demokratischen und friedenswilligen Kräfte im Irak zu stärken.

Die Bundesregierung muss die ABC-Spürpanzer-Einheiten der Bundeswehr aus Kuwait abziehen.

pax christi sieht in dieser Maßnahme ein konsequentes Zeichen der Deeskalation in der Krisenregion, das die Glaubwürdigkeit eines politischen Engagements zur Lösung des Konflikts deutlich erhöht und das deutsch-amerikanische Verhältnis nicht beschädigt.

Auch weiteren Überlegungen und Planungen eines Krieges gegen Somalia muss die Bundesregierung eine deutliche Absage erteilen.

pax christi warnt davor, allein den Nachweis möglicher Verbindungen von Staaten zu Terrororganisationen als Legitimation weiterer kriegerischer Angriffe zu benutzen.

Weitere Kriege werden den Terrorismus nicht stoppen können. Sie bedeuten mehr Gewalt und den Nährboden für immer neuen Terror. Das Gebot der Stunde ist es, politische Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus zu ergreifen. Hier muss Deutschland eine führende Rolle übernehmen.

Bad Vilbel, den 20. März 2002

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Stellungnahme der Pax-Christi-Bistumsstelle Mainz zur Diskussion um einen Angriff auf den Irak

Die Sprechergruppe von Pax Christi Mainz hat sich in ihrer jüngsten Sitzung mit den anhaltenden Plänen der US-Regierung und den zunehmenden innenpolitischen Diskussion um einen Angriff auf den Irak beschäftigt.

Die Sprechergruppe spricht sich entschieden gegen solche Pläne aus, da sie zum einen völkerrechtlich nicht gedeckt sind, zum anderen aber zu einer nicht mehr kontrollierbaren Eskalation im gesamten Nahen Osten führen können. Zudem würde die irakische Zivilbevölkerung - und möglicherweise auch die benachbarter Staaten - die größten Opfer in einem Krieg erbringen müssen. Denn jeder Krieg trifft vor allem die Ärmsten.

Die englische Sektion von Pax Christi verurteilt entsprechende Planungen einer möglichen Beteiligung der eigenen Regierung an einem Angriff auf den Irak. Auch haben sich mehrere anglikanische Bischöfe, vor allem der designierte neue Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, deutlich gegen eine solche Beteiligung ausgesprochen.

Die Sprechergruppe unterstützt den Aufruf mehrere Organisationen zu einer "Selbstverpflichtung" im Falle eines Irak-Krieges. Wörtlich lautet sie:

"Ein Feldzug der US-Regierung gegen den Irak bedroht das Leben vieler Menschen.

Für den Fall, dass die US-Regierung mit dem Angriff beginnt, erkläre ich heute schon, mich an Protesten, Demonstrationen und /oder Aktionen zivilen Ungehorsams vor US-Militäreinrichtungen, US-Konsulaten und der US-Botschaft in Berlin zu beteiligen."

Die Sprechergruppe Mainz:

Marie-Luise Buchwald, Felicitas Glajcar, Susanne Margraf-Epe, Knut Behrens, Josef Kolbeck, Norbert Rauschmayr, Kurt Sohns.

Pax Christi Bistumsstelle Mainz , Postfach 1560, 55005 Mainz

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The Troubling New Face of America

By Jimmy Carter

Washington Post, 22nd September 2002

Fundamental changes are taking place in the historical policies of the United States with regard to human rights, our role in the community of nations and the Middle East peace process -- largely without definitive debates (except, at times, within the administration). Some new approaches have understandably evolved from quick and well-advised reactions by President Bush to the tragedy of Sept. 11, but others seem to be developing from a core group of conservatives who are trying to realize long-pent-up ambitions under the cover of the proclaimed war against terrorism.

Formerly admired almost universally as the preeminent champion of human rights, our country has become the foremost target of respected international organizations concerned about these basic principles of democratic life. We have ignored or condoned abuses in nations that support our anti-terrorism effort, while detaining American citizens as "enemy combatants," incarcerating them secretly and indefinitely without their being charged with any crime or having the right to legal counsel. This policy has been condemned by the federal courts, but the Justice Department seems adamant, and the issue is still in doubt. Several hundred captured Taliban soldiers remain imprisoned at Guantanamo Bay under the same circumstances, with the defense secretary declaring that they would not be released even if they were someday tried and found to be innocent. These actions are similar to those of abusive regimes that historically have been condemned by American presidents.

While the president has reserved judgment, the American people are inundated almost daily with claims from the vice president and other top officials that we face a devastating threat from Iraq's weapons of mass destruction, and with pledges to remove Saddam Hussein from office, with or without support from any allies. As has been emphasized vigorously by foreign allies and by responsible leaders of former administrations and incumbent officeholders, there is no current danger to the United States from Baghdad. In the face of intense monitoring and overwhelming American military superiority, any belligerent move by Hussein against a neighbor, even the smallest nuclear test (necessary before weapons construction), a tangible threat to use a weapon of mass destruction, or sharing this technology with terrorist organizations would be suicidal. But it is quite possible that such weapons would be used against Israel or our forces in response to an American attack.

We cannot ignore the development of chemical, biological or nuclear weapons, but a unilateral war with Iraq is not the answer. There is an urgent need for U.N. action to force unrestricted inspections in Iraq. But perhaps deliberately so, this has become less likely as we alienate our necessary allies. Apparently disagreeing with the president and secretary of state, in fact, the vice president has now discounted this goal as a desirable option.

We have thrown down counterproductive gauntlets to the rest of the world, disavowing U.S. commitments to laboriously negotiated international accords.

Peremptory rejections of nuclear arms agreements, the biological weapons convention, environmental protection, anti-torture proposals, and punishment of war criminals have sometimes been combined with economic threats against those who might disagree with us. These unilateral acts and assertions increasingly isolate the United States from the very nations needed to join in combating terrorism.

Tragically, our government is abandoning any sponsorship of substantive negotiations between Palestinians and Israelis. Our apparent policy is to support almost every Israeli action in the occupied territories and to condemn and isolate the Palestinians as blanket targets of our war on terrorism, while Israeli settlements expand and Palestinian enclaves shrink.

There still seems to be a struggle within the administration over defining a comprehensible Middle East policy. The president's clear commitments to honor key U.N. resolutions and to support the establishment of a Palestinian state have been substantially negated by statements of the defense secretary that in his lifetime "there will be some sort of an entity that will be established" and his reference to the "so-called occupation." This indicates a radical departure from policies of every administration since 1967, always based on the withdrawal of Israel from occupied territories and a genuine peace between Israelis and their neighbors.

Belligerent and divisive voices now seem to be dominant in Washington, but they do not yet reflect final decisions of the president, Congress or the courts. It is crucial that the historical and well-founded American commitments prevail: to peace, justice, human rights, the environment and international cooperation.

Former president Carter is chairman of the Carter Center in Atlanta.

Source: Washington Post, Thursday, September 5, 2002; Page A31

http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/articles/A3844-2002Sep4.html




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