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Christliche Friedenskonferenz

Informations-Krieg

Mit einem Informationskrieg will sich die USA die weltweite Herrschaft erhalten. Die USA würden den Krieg dabei nach dem Hollywood-Syndrom stilisieren, hat der Professor für Medienwissenschaft an der Universität Marburg Günter Giesenfeld auf der CFK- Jahrestagung Ende Januar in Leipzig-Wahren erklärt. Im Hollywood-Western stehen sich Held und Schurke gegenüber. Der Held fordert den Schurken mehrmals auf, sich zu ergeben. Weigert sich dieser, so wird er abgeknallt. So standen sich Bush und Saddam Hussein 1991 gegenüber, so Clinton und Milosevic 1999. Dass der Gute (also das Gute) am Ende siegt, ist ausgemacht.

Um diese Stilisierung des Krieges weltweit durchzusetzen, muss die USA die totale Herrschaft über die Medien erringen. Fazit: Der Medienkrieg dient nicht nur der Verschleierung und Rechtfertigung des heißen Krieges, sondern er ist der Krieg der Zukunft. Das Ziel der USA, die UNO und die OSZE zu umgehen und faktisch auszuschalten, ist nach Angaben von Walter Romberg 1999 offen zutage getreten. Die Strategie ist, sich auf die Bedrohung durch Terrorgruppen oder kleinere „Schurkenstaaten“ zu beziehen (z.B. Libyen, Iran, Irak). Der Krieg bekommt den Charakter einer Strafaktion und besteht aus einer für die eigenen Streitkräfte nahezu gefahrlosen Bombardierung. Diese neue Strategie ist seit April 1999 von der NATO übernommen worden. Den europäischen Staaten hat der Jugoslawienkrieg ihre militärtechnische Ohnmacht gegenüber den USA gezeigt. Sie reagieren darauf mit der Auflösung der WEU und einer Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP). Schlimm sei es, dass in der BRD keine öffentliche Diskussion dazu stattfinde. Dadurch vergrößere sich die Gefahr, dass die BRD in alle möglichen Abenteuer der USA hineinschlittert. Deren Bestreben, Russland klein zu halten, indem alle seine Anrainerstaaten in den Einflussbereich des Westens einbezogen werden, kam deutlich zutage, als während des OSZE-Gipfels in Istanbul (Dezember 1999) Präsident Clinton den GUAM-Vertrag mit Georgien, Ukraine, Aserbaidschan und Moldawien schloss, zu dem bald Turkestan hinzukam.

Die CFK-Versammlung beschloss außerdem eine Solidaritätsadresse an die Erfurter Versammlung „Aufstehen für eine andere Politik“ und ein Schreiben an alle Gerichte, die Prozesse gegen Leute führen, die zur Verweigerung des Militäreinsatzes gegen Jugoslawien aufgerufen haben.

Hannelis Schulte

CFK c/o Hannelore Heinrich, Rostocker Str. 5, 99085 Erfurt, oder
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